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Kommentare (2)  | Bilder(40) 19. Juni 2012
// Private-Cars: BMW E36 Compact: Teamwork

BMW E36 Compact: Perfektes Teamwork!

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Viele Tuner stehen aufgrund ihres zeitintensiven Hobbys auf Kriegsfuß mit ihrer besseren Hälfte. Im Fall von Ulli Zenker toleriert die Dame des Hauses die Tuningleidenschaft nicht nur, sondern packt sogar fleißig mit an.

Schon als Teenager verschlang Ulli Zenker Tuningzeitschriften und wurde zum Anhänger der Bayrischen Motorenwerke. Als die Volljährigkeit und damit auch das Erlangen des Führerscheins in greifbarer Nähe waren, kam für den Saarländer daher nur eine Marke in Frage. Dass Ulli's Vater passionierter Z4-Besitzer ist, verstärkte diesen Umstand natürlich noch. Die Wahl fiel auf einen BMW E36 compact, dessen Heck bei identischem Radstand gut 20 Zentimeter kürzer ausfällt als bei der 3er Limousine der gleichen Baureihe. Der cordobarote 318ti des Baujahres 1995 war mit seinem 140PS starken 16Ventiler jedoch kein langweiliges Einstiegsmodell. Vielmehr bot er eine gute Basis für die Dinge, die noch kommen sollten.

Ein gemeinsames Hobby


Der Beifahrersitz ist für Ulli's Freundin Anh reserviert

Wie anfangs bereits erwähnt, teilt Ulli's langjährige Lebensgefährtin Anh seine Leidenschaft für Autos. Sie hilft ihm nicht nur beim Schrauben sondern begleitet ihn auch auf die zahlreichen Treffen und Messen, die er jede Saison mit seinem Gefährt ansteuert. Außerdem verfügt sie vor allem im Themengebiet „BMW“ ein fundiertes Fachwissen. Wagt sich jemand in Anh's Dunstkreis, einen Touring als „3er Kombi“ zu bezeichnen, wird er umgehend korrigiert. Der Umstand, dass das Paar „Tuning“ als gemeinsames Hobby angibt, ist nicht alltäglich und verschafft Ulli in der Szene mit Sicherheit den einen oder anderen Neider.

Die ersten Modifikationen

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Alcantara soweit das Auge reicht

Der Saarländer bewegte den kompakten Bayer anfangs jeden Tag. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, ihn mit einem Gewindefahrwerk aus dem Hause KW und dem ersten Satz Alufelgen auszustatten. Immer wieder kamen kleinere Modifikationen hinzu und nach 2 Jahren durfte der Wagen schließlich seinen Vollzeitjob aufgeben und erhielt vom Besitzer den Status „Schönwetterfahrzeug“. Nun wurde der Motorraum in Angriff genommen. Ventildeckel, Kettendeckel, Ansaugbrücke, Lichtmaschine und viele weitere Teile wurden poliert. Passend dazu nahm eine polierte Domstrebe ihren Platz zwischen den vorderen Radhäusern ein. Kleinteile wie Schrauben, Halter & Federn wurden verchromt. Außerdem wurden einige Teile in cordobarot getaucht. Den behutsamen Wiederzusammenbau nahm das nun vom Tuningvirus infizierte Paar selbst in die Hand.
Als Nächstes gingen die beiden an das Arbeiten mit GFK. Nach den ersten Probeläufen wurde in wochenlanger Arbeit ein kompletter Kofferraumausbau verwirklicht, welcher schließlich in Wagenfarbe lackiert wurde. Dann hielt ein Navigationssystem Einzug. Natürlich umrahmt von einer cordobaroten GFK-Konsole „Made in Saarbrücken“. Außerdem wanderte ein Sportlenkrad mit Airbag ins Cockpit.
Schließlich noch mit Pinstripes verziert und Klarglasscheinwerfern ausgestattet, versorgte der kompakte Bayer Ulli's Trophäenschrank mit den ersten Pokalen. Der zukünftige Ingenieur und seine zukünftige Gattin hatten allerdings noch sehr viel mehr vor.

Individuell? Ja! Überladen? Nein!

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Heckausbau "Made in Saarbrücken"

Wenn man Ulli nach den größten Problemen befragt, die ihm beim Umbau seines 3ers begegnet sind, winkt er ab und entgegnet: „Alles ist machbar!“. Getreu diesem Motto ging es nach der Saison 2010 daran, den BMW auf ein neues Level zu hieven. Sein Ziel war es, den Wagen trotz vieler Modifikationen niemals überladen wirken zu lassen.
Bewährtes wurde beibehalten, so zum Beispiel der Motor und die Details im Innenraum, welche jedoch noch zahlreicher werden sollten. Da Ulli und Anh mittlerweile fast als „GFK-Profis“ durchgingen, wurde ein neuer Heckausbau gefertigt und die Türverkleidungen für die Aufnahme größerer Lautsprecher modifiziert. Selbstverständlich ließen es sich die beiden nicht nehmen, alle HiFi-Komponenten selbst einzubauen. Nebenbei bemerkt, entert die Musik mit 139,2 dB das Ohr der Mitfahrer.
Die BMW Ausstattung „Individual“ wurde durch Schmiedmann Pedale, einen E46 M3 Schaltknauf und weiteres Zubehör ergänzt.
Das serienmäßige Gestühl musste weichen. Ulli und Anh thronen nun auf Recaros in Alcantara und Leder. Passend dazu hat das Paar unter anderem das Armaturenbrett, die Türverkleidungen und den Himmel mit Alcantara und Leder bezogen. Sogar beim neuen Heckausbau muss sich der Lack die Fläche mit dem Mikrofaserstoff teilen. Die größten Veränderungen wurden allerdings am äußeren Erscheinungsbild des kompakten E36 vorgenommen.

Ein Bayer mit italienischen Spiegeln...

Auch wenn Ulli leidenschaftlicher BMW-Enthusiast ist, schreckt er nicht davor zurück, sich aus dem Sortiment anderer Hersteller zu bedienen. So behält er nun mit Hilfe von Außenspiegeln eines Fiat Coupé alles im Blick. Die vier neu eingeschweißten Radläufe waren eigentlich für einen Kompakten aus Wolfsburg vorgesehen. Doch statt einen VW Golf I zu schmücken, verhelfen sie Ulli's 3er trotz nun größerer Räder zum gewünschten Tiefgang. Die Radlaufkante wurde nämlich bei der Gelegenheit 12 Millimeter weiter nach oben versetzt. Die Modifizierung der Radhäuser machen den E36 an der Vorderachse pro Seite 25 Millimeter breiter. An der Hinterachse sind es sogar 45 Millimeter, die als zusätzlicher Platz für die neuen BBS Challenge Motorsport in 8,5x18 Zoll zur Verfügung stehen. Da der Karosseriebauer sowieso schon in voller Fahrt war, gab Ulli noch einige restaurierende Eingriffe in Auftrag. Es handelte sich hierbei zwar um Kleinigkeiten, dennoch wollte er keine Experimente machen und setzte auf die Langlebigkeit des Fahrzeugs.
Bei den Anbauteilen machte der Saarländer keine Experimente. Die Stoßstangen samt Lippe und Diffusor sowie die Seitenschweller stammen allesamt vom M3. Der Heckspoiler wurde einem M5 entwendet. Außerdem hielten die Lufteinlässe des aktuellen M3 Einzug in die vorderen Kotflügel. Das ultimative Markenzeichen aller BMWs, die Nieren in der Front, wurden im Hause Schmiedmann hergestellt.

"Ansonsten clean"

Die Außenhaut des Compact wurde etlicher Details erleichtert. So muss man fortan beim Öffnen der Türen zum Beispiel auf Schlösser und Griffmulden verzichten. Die serienmäßigen Seitenblinker fielen ebenfalls dem Karosseriebauer zum Opfer. Wischerdüsen sucht man vergeblich und bei schlechter Sicht kann man auch nicht mehr auf die Nebelscheinwerfer zurückgreifen. Diese teilen das Schicksal der BMW-Embleme und Zierleisten, welche ebenfalls in Ulli's Ersatzteillager gelandet sind. Die Wagenheberaufnahmen in den Seitenschwellern waren dem Saarländer ebenfalls ein Dorn im Auge. Also mussten sie zusammen mit der Abschleppöse ihren Hut nehmen.
All diese Details verhelfen dem 3er zu einem sauberen Auftritt, welcher durch eine besondere Farbe noch unterstrichen werden sollte.

Schwarzbeere, bitte!


Im Sonnenlicht kommt der Lack mit dem Arbeitstitel "Blackberry" erst richtig zur Geltung.

Ulli und Anh grübelten lange darüber nach, in welchem Farbton der BMW seine vielen Modifikationen zukünftig auf Events präsentieren sollte. Wichtig war hierbei, dass eine Affinität zum serienmäßigen Cordobarot vorhanden sein sollte. Die bisherige Farbgebung der Innenausstattungselemente und der lackierten Motorteile sowie des Motorraums sollte nämlich erhalten bleiben. Sie entschieden sich für eine Sonderlackierung in Tiefschwarz mit rotem Perleffekt. Die eigens für die Außenhaut des kompakten Bayers angerührte Farbe, trägt bisher keinen Namen. Ulli will sie zukünftig eventuell „Blackberry“, also „Schwarzbeere“ nennen, was den Nagel auf den Kopf treffen würde.
Die Spiegelfüße sowie die B-Säulen wurden in Schwarz mit braun-gelb-grünem Stich lackiert, damit diese zur Farbe der Seitenscheiben passen. Die Frontlippe und der Diffusor der Heckstoßstange wurden in glänzendes Schwarz getaucht.

Was die Zukunft bringt

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Das Paar aus dem Saarland thront auf Recaros

Man kann sicher sein, dass das tuningverrückte Paar aus dem Saarland in Zukunft noch einige Einfälle haben wird, wie man den 3er noch weiter verfeinern kann. Fest steht, dass in absehbarer Zeit ein Sechszylinder unter die Haube wandern wird. Da dies zwangsläufig weitere Modifikationen mit sich bringen wird, besteht keine Gefahr, dass bei den beiden Langeweile aufkommt. Außerdem will Ulli zukünftig auch jede Alltagsfahrt in einem Fahrzeug der bayrischen Motorenwerke absolvieren. Das aktuelle Modell des 3er Touring soll den Job des kleinen Franzosen übernehmen, der den Saarländer im Moment von A nach B bringt. Und da Anh mit einem Mini Cooper aus den 80ern liebäugelt, der auch auf keinen Fall im Serienzustand bleiben soll, steht auch schon das nächste Tuningprojekt ins Haus. Und wer weiß. Vielleicht geht es in unserem nächsten Bericht über das Paar aus dem Saarland ja um einen Kompakten von der Insel...

Daten und Fakten

Allgemeines:
Hersteller: BMW Modell: E36 compact Baujahr: 1995
Originalfarbe: Cordobarot Metallic Kaufdatum: 03. November 2005

Motor:
Modell: 318ti Zylinder: 4 Ventile: 16 Hubraum: 1895cm³
Maximale Leistung: 103kW (140PS) bei 6000 U/Min
Maximales Drehmoment: 175Nm bei 4500 U/Min
Beschleunigung von 0 auf 100km/h: 10,2 Sekunden

Ventildeckel, Kettendeckel, Ansaugbrücke, Lichtmaschine sowie viele Kleinteile poliert.
Schrauben, Ringe, Federn und Halterungen verchromt. Einige Motorteile in Cordobarot lackiert.

Fahrwerk:
Hersteller: KW Gewinde V2 Inox Line Tieferlegung: ca. 70mm
Spurverbreiterung: Platten von H&R (Vorderachse 50mm, Hinterachse 80mm)
Polierte Domstrebe

Felgen & Reifen:
Hersteller: BBS Modell: Challenge Motorsport
Dimensionen: 8,5x18 rundum

Reifen: Hankook v12 Dimensionen: 225/35ZR18 rundum

Interieur:
Sitze: Recaro Sportster CS Bezugsstoffe: Leder & Alcantara
Lenkrad: Raid hp Silberpfeil

Armaturenbrett, Türverkleidungen, Himmel, Rücksitzbank, Sitze, Säulen und viele weitere Teile mit Leder & Alcantara bezogen.
Navigationssystem in Eigenbau GFK-Konsole. Türverkleidungen teilweise in GFK neu geformt. GFK-Heckausbau in Cordobarot und Alcantara.

HiFi & Multimedia:
Radio: Pioneer Head Unit
Lautsprecher: 2x Focal Polyglass 165 mit GFK in die Türverkleidungen eingearbeitet.
2x Focal Hochtöner in den Spiegeldreiecken
Kicker L5 Woofer in GFK Heckausbau
Endstufen: 2x Kicker ZX

Exterieur:
Scheinwerfer: Hella Celis in schwarz
Rückleuchten: Original BMW in rot und weiß

Modifizierte Außenspiegel vom Fiat Coupé.
Frontstoßstange mit Lippe, Heckstoßstange mit Diffusor sowie Seitenschweller vom E36 M3.
Heckspoiler vom E39 M5.
Lufteinlässe vom E92 M3 in Kotflügel eingearbeitet.
Frontnieren von Schmiedmann.

Karosserie:
Radläufe von VW Golf1.
Vorderachse pro Seite 25mm, Hinterachse pro Seite 45mm breiter als Serie.
Radlaufkante 12mm nach oben versetzt.

Griffmulden, Schlösser, Wischerdüsen, Seitenblinker, Embleme, Leisten, Nebelscheinwerfer, Abschleppöse & Wagenheberaufnahme in Seitenschweller entfernt.

Lackierung:
Sonderlackierung in Tiefschwarz mit rotem Perleffekt, Arbeitstitel „Blackberry“.
Spiegelfüße & B-Säulen in Schwarz mit BraunGelbGrünem Stich.
Frontlippe und Heckdiffusor in glänzendem Schwarz.

Ulli dankt
Freundin Anh, Karosserie und Lackierfachbetrieb Ralf Sammler, Jörg Dangel & Dirk Joachimsen


Text: B.Planz, Bilder: B.Planz & T.Beck

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McDell 22.06.12 um 08:57 Uhr
Wow mal endlich ein BWM der elegant und sehr schön gemacht worden ist.
TOP
moose 19.06.12 um 13:32 Uhr
Ein wirklich sehr schöner Wagen!


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