Chevrolet Aveo - Ein Kleinwagen fällt aus dem Rahmen
Der Name ruft erst einmal ein Fragezeichen ins Auge des Gegenübers: Aveo!? Ist das eine Creme, ein Waschmittel oder eine neue Computermarke? Doch fällt der Zusatz Chevrolet, blitzt ein Licht der Erkenntnis auf. Chevrolet oder auch kurz Chevy - das steht für amerikanische Limousine, große Motoren und viel Platz. Doch diese Zeiten sind passé. Der Aveo ist ein kleines Wägelchen, das vor allem in der Stadt zu Hause ist.
Die Wurzeln des Chevrolet Aveo liegen allerdings nicht im Land der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten. Der Aveo ist der Nachfolger des Daewoo Kalos. Der koreanische Autohersteller sitzt seit 2005 unterm Dach des inzwischen arg gebeutelten GM-Konzerns. Amerikanisch ist der in diesem Fall fünftürige Fließheck-Wagen trotzdem nicht. Die Produktion in Polen macht das Stadtauto eigentlich zu einem Europäer. Und hier, auf seinem Heimatmarkt, ist es das wichtigste Modell für Chevrolet.
Die Markenzugehörigkeit des Aveo ist auf Anhieb im Gesicht zu erkennen. Hier prangt das Firmenlogo, der "Bow-Tie", auf einer Querstrebe, die den mächtigen Kühlergrill teilt. Große, geschwungene Klarglas-Scheinwerfer und die Nebelscheinwerfer im Stoßfänger sind weitere Front-Merkmale des Chevrolet, der ansonsten eher einen blassen und unscheinbaren Eindruck hinterlässt. Wer mit dem Aveo unterwegs ist, wird keineswegs die Blicke der Passanten auf sich ziehen.
Im Innenraum setzt sich die zurückhaltende Gestaltung fort. Die Anzeigen und Bedienelemente sind da, wo man sie erwartet. Die eingesetzten Materialien sind schlicht, wirken aber keineswegs billig. In Sachen Platzangebot bekommen vor allem langbeinige Reisende Probleme. Das gilt nicht nur für die Rückbank, wo die Kniefreiheit bei einem Kleinwagen naturgemäß eingeschränkt ist. Auch auf dem Fahrerplatz ist die Bewegungsfreiheit aufgrund der Mittelkonsole ein wenig eingeschränkt. Die Sitze hingegen sind gut gepolstert und bieten ausreichend Komfort. Mit einem Volumen von 220 Litern ist das Gepäckabteil zwar nicht gerade üppig. Eine Klappkiste aber lässt sich problemlos verstauen. Wird die Rückbank umgeklappt (ein Drittel zu zwei Dritteln) stehen immerhin 980 Liter Stauraum zur Verfügung.
Ob vollbeladen oder nur mit einer Person besetzt - in der Stadt zeigt sich der Chevrolet Aveo mit dem 84 PS starken 1,2-Liter-Motor voll auf der Höhe. Das gilt zum einen für die Wendigkeit des 3,92 Meter langen Autos, das sich leicht und locker durchs Verkehrsgewühl steuern lässt. Das Aggregat hängt zudem gut am Gas, und es geht vom Start weg flott voran. Geht´s raus auf Landstraße oder Autobahn, tut sich das Triebwerk schon etwas schwerer. Unter Volllast macht sich die Maschine lautstark bemerkbar - und an langen Steigungen hat der Wagen schon Mühe, das Tempo zu halten. Der Verbrauch pendelt sich im Durchschnitt bei 7,1 Litern mit Winterreifen und ständig eingeschalteter Klimaanlage ein. Wird der Motor oft richtig gefordert, steht eine acht vor dem Komma. Das ist für einen Kleinen deutlich zu viel.
Bei der Abstimmung des Fahrwerks indessen haben die Techniker gute Arbeit geleistet und die europäischen Ansprüche an ein Auto berücksichtigt. Federung und Dämpfung sind erstaunlich straff ausgelegt, ohne dass Fahrkomfort verloren geht. Schnelle Kurvenpassagen meistert der kleine Chevrolet souverän. Auf die eventuelle Unterstützung eines ESP aber dürfen Aveo-Fahrer nicht bauen. Das elektronische Stabilitäts-Programm ist weder für Geld noch gute Worte zu haben. Dafür hält die Ausstattung der fünftürigen LS-Version (12 060 Euro) mit Zentralverriegelung, Alarmanlage, CD-Radio und Bordcomputer doch wieder etwas von dem Luxus bereit, den man von den einstigen Chevys erwartete.
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Fahrzeugmarke: Chevrolet







































