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Chuck und Rumble

24. April 2014
Private-Cars: Ein starkes Duo aus den Staaten

Es gibt Fahrzeuge, die fallen einfach auf. Ob neuartiges Konzept, ungewöhnliche Basis oder auffällige Lackierung. Der Ford Ranchero des "Motor-Visionen"-Teams fällt gleich in alle drei Kategorien. Grund genug, sich den Pickup einmal näher anzusehen

Uwe und Andrea Sickert sind US-Car-Fans der ersten Stunde. Mit ihrer eigenen Tuning-Schmiede „Motor-Visionen“ haben die beiden Schrauber ihr Hobby zum Beruf gemacht. Bereits in der Vergangenheit haben wir von dem heißen Dodge Challenger der beiden berichtet. Von der Restauration und dem Umbau verschiedener US-Cars und Bikes bis hin zum Import von US-Cars erfüllen die Besitzer von „Motor-Visionen“ ihren Kunden die verschiedensten Wünsche.
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Der erste solche Import war der hier Vorgestellt Ford Ranchero Baujahr 1970. Hierbei handelt es sich um einen der ersten sogenannten „Limousinen Pickups“, bei welchen Kabine und Pritsche nicht wie üblich getrennt waren, sondern in der Karosserie eine Einheit bildeten. Der Zweisitzer wurde in verschiedenen Modellgenerationen zwischen 1957 und 1979 gefertigt und über eine halbe Millionen Mal verkauft. Die Motorvarianten reichten vom 144 PS starken Sechszylinder bis hin zum V8 mit satten 335 PS.
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Nachdem der Wagen, der auf den Namen „Chuck hört“, über das amerikanische eBay akquiriert wurde, blieb er noch eine Weile bei seinem alten Besitzer, um als Sammelstelle für verschiedene andere Teile zu dienen, die Uwe und Andrea in den Staaten bezogen. Als diese vollständig angekommen waren, wurden sie kurzerhand in den Pickup verladen und somit quasi „versandkostenfrei“ importiert. Als der Ford Ranchero Deutschland in einem überraschend guten Zustand erreichte, konnte es mit den Umbauten losgehen.

Keine Dellen, sondern Geschichte

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Bevor es mit dem Veredeln losgehen konnte, wurde der Ford Ranchero zunächst einmal vollständig zerlegt und sandgestrahlt. In diesem Schritt wurden auch gleich die wenigen Rostecken beseitigt. Dellen und Kratzer behielten Uwe und Andrea allerdings bei, da diese ihrer Meinung nach die „Lebensgeschichte“ des Ford darstellen. Anschließend wurden die Karosserie-Elemente von „Chuck“ in einem auffälligen Hellblau lackiert und mit einem „Motor-Visionen“-Schriftzug sowie mehreren geplotteten Motiven versehen.
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Da es für den Ford Ranchero keine fertigen Frontstoßstangen zu kaufen gab, mussten sich die US-Freunde anderweitig helfen. Aber kein Problem für die Inhaber der „Motor-Visionen“. Sie nahmen kurzerhand die Stoßstange eines ‘68er Ford Mustang zur Hand und passten diese an den Ranchero an. Auch die Scheinwerfer-Schnauze blieb nicht an ihren Platz sondern musste einem seltenen Hidaway-Pendant weichen. Daneben entfielen auch die Seitenbegrenzungsleuchten und zahlreiche Zierleisten. Einzig die Zierelemente in Scheibennähe wurden beibehalten und aufpoliert.

Besser als Neu unter der Haube

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Weiter ging es unter der Haube des Pickups. Und wer jetzt denkt, die Modifikationen im Außenbereich wären beeindruckend, sollte sich erst einmal setzen, denn im Motorraum blieb kein Stein auf dem anderen. Alles vom 4,9l-V8-Aggregat, dem Antriebsstrang bis hin zur Abgasanlage wurden komplett überholt und durch zahlreiche Zubehörteile ersetzt oder ergänzt. Auch Komponenten, welche in völliger Eigenarbeit entstanden sind, fanden ihren Weg an dem Ford Ranchero.
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Doch auch optisch ist der Motorraum eine echte Augenweide. Uwe und Andrea legten viel Wert auf eine cleane Optik, und so sucht man vergebens nach der Batterie oder dem Wischwasserbehälter. Die Schläuche und Kabel wurde mit Stoff ummantelt und statt Kabelbindern halten feine eloxierte Drähte die Bündel zusammen. Daneben wurden zahlreiche Flächen verchromt, lackiert oder in Gold verzinkt. Da eine vollständige Beschreibung der Modifikationen den Rahmen absolut sprengen würde, verweisen wir an dieser Stelle einfach auf das Datenblatt sowie obigen Bilder.

Ein Ranchero geht in die Knie

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Ähnlich tiefgreifende Modifikationen musste auch das Fahrwerk des Ranchero über sich ergehen lassen. Für besseren Handling wurden die Lager durch Polyurethan-Buchsen ersetzt und an der Hinterachse ein Stabilisator für mehr Steifigkeit verbaut. Dort kam auch ein sogenannter „High Jacker“ zum Einsatz, der ein "in die Knie gehen" der Hinterachse ermöglicht. Auf den Grund für diese Spezialvorrichtung müsst ihr allerdings noch einige Abschnitte warten.
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Die Wahl der Felgen fiel auf das Modell „Chip“ von Chip Foose. Die Leichtmetallräder besitzen die Dimensionen 8x17 an der Vorderachse sowie 10x18 am Heck. Bezogen sind die Alufelgen mit Pneus der Dimensionen 235/40 r17 sowie 275/35 r18. Hinter dieser Rad-Reifen-Kombination lässt sich auch die geänderte Bremsanlage von Willwood erahnen. Diese besitzt geschlitzte und gelochte Scheiben in 12 bzw. 13 Zoll. Vorn verrichtet eine 6-Kolben-Anlage ihren Dienst, während an der Hinterachse des Ford Ranchero eine kleinere Version mit 4 Kolben verbaut wurde. Ein ganz besonderes Highlight stell hier die Farbgebung dar, welche durch eine komplette Beschichtung mit Gold erreicht wurde.

Individuell im Innenraum

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Nachdem alle anderen Bereiche des „Motor-Visionen“ Ford Ranchero überarbeitet wurden, durfte natürlich auch die Fahrerkabine nicht fehlen. Diese befand sich in einem desolaten Zustand und wurde so komplett neu aufgebaut. Statt verschlissener Sitze und schnöden Plastikverkleidungen dominiert nun eine Leder-Alcantara-Landschaft in Blau und Braun die Fahrgastzelle.
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Armaturenbrett, Sitzbank sowie die Seitenverkleidungen wurden in braunes Leder gesattelt und mit blauen, gelochten Lederstreifen verziert. Dachhimmel und Teppiche bestehen, farblich passend, aus braunem Alcantara. Abschließend wurde noch ein 3-Speichen-Holzlenkrad von Grant montiert.

Ein starker Duo

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Das letzte „Accessoire“ stell die Beladung von „Chuck“ dar. Mit dem einzigartig gestylten Custom-Bike „Rumble“ hat sich hier eine wirklich perfekte Kombination gefunden. Seinen Namen bekam „Chuck“ übrigens als Hommage an den Schauspieler Chuck Norris, da der Ford Ranchero Pickup einiges zu schleppen hat. Das Bike entstand allerdings bereits einige Zeit im Voraus und so wurde der Ranchero als passender Transporter aufgebaut.
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Die entsprechenden Befestigungseinrichtungen entstanden komplett in Eigenbau aus Holz sowie Edelstahlleisten gefertigt. Aluklampen aus dem Bootsbau sowie ein Motorradhalter sorgen für eine sichere Befestigung während der Fahrt. Soll „Rumble“ dann doch einmal auf eigenen Beinen stehen, kommt der „High Jacker“ ins Spiel, der Zusammen mit der verbauten Winde ein einfaches Auf- und Abladen des Bikes ermöglicht.
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Mit dem Dou „Chuck & Rumble“ haben Uwe und Andrea Karst wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, was für spannende Projekte in den Hallen von „Motor Visionen“ entstehen. Wir sind schon jetzt auf das nächste Projekt des US-Duos gespannt.
Daten & Fakten
Ford Ranchero,
Baujahr 1970

Motor:
4,9l 302cui V8-Motor, 210PS
Motor komplett überholt
Automatikgetriebe 3-Gang komplett überholt
Fächerkrümmer
Aluminium-Kühler
Elektrischer Lüfter
Ansaugspinne von Edelbrock
Luftfilter von Edelbrock
Vergaser von Edelbrock
Aluminium-Aggregateträger von Match Performance
Clutch von Fan
Zündanlage S/S 32 Series DistribMSDutors von Mallory Comp
Fächerkrümmer keramikbeschichtet von Hooker
2,5“ Auspuffanlage mit Universal-Edelstahl-Nachschalldämpfer in Eigenbau
Schrauben und Gestänge Gold verzinkt
Luftfilter, Vergaser, Aggregateträger verchromt und poliert
Batterie und Scheibenwaschbehälter verlegt
Schläuche mit Stoff ummantelt und mit eloxierten Aludrähten gebündelt

Fahrwerk, Felgen:
Fahrwerk komplett überholt
Polyurethan-Buchsen
Stabilisator hinten
High Jacker hinten
Felgen „Chip“ 17x8 VA & 18x10 HA von Foose
Reifen 235/40 r17 VA & 275/35 r18 HA
Bremsanlage mit geschlitzten und gelochten Scheiben, 13“ 6-Kolben VA & 12“ 4-Kolben HA von Willwood
Bremsanlage komplett Gold verzinkt

Exterieur:
Befestigung mit Winde zur Aufnahme von Rumble in Eigenbau
Scheinwerfer-Schnauze von Hidaway
Zierleisten und Seitenbegrenzungsleisten entfernt
Stoßstange vom 1968 Ford Mustang
Komplette Karosserie zerlegt, sandgestrahlt und in Hellblau lackiert

Interieur:
Echtleder-Armaturenbrett, -Seitenverkleidungen, -Sitzbank in Braun mit blauen, gelochten Lederstreifen
Alcantara-Himmel in Braun
Teppich in Braun
3-Speichen Holzlenkrad von Grant

Text: F. Laudner, Fotos: patrella.de

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