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Die Qual der Wahl beim Felgentuning

27. März 2013
Community: Oberflächenveredelung bei Felgen

Beim Fahrzeugtuning sind die Felgen zweifelsohne ein wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste Kapitel. Die Wahl der Räder beeinflusst das Erscheinungsbild eines Autos massiv. Man hat jedoch nicht nur in Sachen Dimensionierung und Optik einer Felge die Qual der Wahl, auch in Sachen Oberflächenbeschaffenheit gibt es heutzutage viele verschiedene Optionen.

Da das Streben nach Individualität ein Eckpfeiler in der Tuningszene ist, geben sich viele Autoenthusiasten nicht mit Rädern „von der Stange“ zufrieden. Sie wollen, dass ihre Felgen zum Gesamtkonzept passen und ihnen eine ganz persönliche Note verleihen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Veredelungsmaßnahmen, welche alle ihre Vor- und Nachteile haben. Sie können auf das gesamte Rad oder auch einzelne Elemente angewandt werden. Manche Felgen schließen gewisse Oberflächenbearbeitungen auch aus qualitativen Gründen aus. So kann es zum Beispiel sein, dass der Stern einer Felge nicht poliert werden kann oder ähnliches. Doch nun zu den Verfahren im Einzelnen. Wir nennen euch die wichtigsten, und erörtern Vor- und Nachteile der einzelnen Modifizierungen. Die Fotos der jeweiligen Abschnitte zeigen nicht zwingend die zugehörige Veredelungsvariante.

Hochglanzpolieren

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Beim Polieren wird die Felge manuell mit Hilfe von Rotierscheiben und Poliermittel auf Hochglanz gebracht. Als Laie kann man den Vorgang in etwa mit den bekannten Politurmaschinen vergleichen, die für strahlende Lackflächen sorgen sollen und die Fahrzeugpflege erleichtern. In Sachen Optik ist das Ergebnis einer solchen Felgenveredelung absolut exzellent. Sie lassen die oft mit Klarlack überzogenen Serienmodelle klar im Schatten stehen. Außerdem kann das Polieren auch bei einteiligen Rädern nur partiell angewendet werden. Ein Nachteil ist jedoch der Pflegebedarf von derart bearbeiteten Flächen. Bei nicht regelmäßiger Pflege neigt die Felge nämlich zum Oxidieren, in der Szene meistens als „Anlaufen“ bezeichnet. Es gibt Versiegelungen, die diesen Prozess verlangsamen sollen. Diese wirken sich aber unter Umständen negativ auf den Glanz der polierten Felge aus.

Verchromen

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Die meisten Chromräder, die man in der Szene erblickt, gingen bereits in diesem Zustand zum Händler. Bei der großen Auswahl an Oberflächenbearbeitungsvarianten wird das vergleichsweise kostspielige nachträgliche Verchromen von kaum einem in Anspruch genommen. Als Chrom-Fan sollte man also bereits bei der Wahl des Felgenmodells auf die entsprechende Oberfläche achten. Dem Vorteil des klassischen, spiegelnden Chrom-Looks steht ein Nachteil gegenüber: Partielle Beschädigungen an Chromfelgen lassen sich in den meisten Fällen nicht beheben. Die Kosten für ein erneutes Verchromen übersteigen oft die Anschaffungskosten der Felge. Wird ein einzelnes Rad neu verchromt, sind Farbunterschiede zum restlichen Satz nicht auszuschließen. Außerdem kann es durch die aggressiven Beizvorgänge zu Beeinträchtigungen der Festigkeit kommen. Minderwertige Modelle neigen oft schon nach einem Bordsteinrempler zum Abblättern der Chromschicht.

Hochglanzverdichten und Kugelpolieren

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Es gibt verschiedene Methoden für das Hochglanzverdichten von Felgen. Eine gängige Methode ist zum Beispiel das maschinelle Gleitschleifen. Dabei wird das Rad in einer entsprechenden Anlage mit Schleif- und Polierkörpern aus Keramik „konfrontiert“, welche die Oberfläche in einem zeitintensiven Rotationsprozess bearbeiten und auf Hochglanz trimmen. Die Ergebnisse können dabei fast schon Chrom-ähnlich aussehen. Die Haltbarkeit von hochglanzverdichteten Oberflächen ist bei regelmäßiger Pflege vergleichsweise hoch. Als Negativpunkt sind die vergleichsweise hohen Kosten zu nennen. Außerdem kann das Hochglanzverdichten nicht partiell angewandt werden, da das komplette Rad in die Polieranlage eingebracht werden muss. Dieser Fakt spielt natürlich auch beim Ausbessern von kleineren Beschädigungen eine Rolle.

Eine kostengünstigere Alternative kann hier das Kugelpolieren darstellen. Anstatt von Keramikschleifkörpern kommen hierbei Edelstahlkugeln zum Einsatz. Durch deren höheres Gewicht wird die Oberfläche noch stärker verdichtet und gefestigt als beim herkömmlichen Hochglanzverdichten. Allerdings wird kein so intensiver Glanz erreicht.

Pulverbeschichten

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Diese Bearbeitungsform ist auch als „pulvern“ oder „Kunststoffbeschichten“ bekannt. Beim Pulverbeschichten werden die Felgen mit einem speziellen Lack in Pulverform benetzt. Danach wird die Beschichtung in einem Brennofen fixiert. Farblich stehen alle RAL-Farben sowie einige Sonderfarben mit Effekt zur Auswahl. Außerdem kann die Beschichtung matt oder glänzend ausgeführt werden. Die Vorteile der Pulverbeschichtung sind zahlreich. Die vollendete Oberfläche ist vergleichsweise robust und pflegeleicht. Außerdem sind die Kosten sowohl bei der Erstbeschichtung als auch bei der Instandsetzung überschaubar. Ein Nachteil: Einteilige Räder müssen partiell nachpoliert werden, wenn nicht das gesamte Rad beschichtet werden soll. Außerdem ist das erzielte Ergebnis sehr stark vom verarbeitenden Betrieb abhängig.

Wassertransferdruck und Folierung

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Das Aufbringen einer Folienschicht auf die Felge wird gerade im Zeitalter des „Car Wrappings“ immer beliebter. Die Folierung mit den robusten Kunststofffolien aus dem „Car Wrapping“-Bereich ist dem Wassertransferdruck in Sachen Felgenbeschichtung vorzuziehen. Die Technik des Wassertransferdrucks eignet sich aufgrund der vergleichweise dünnen verwendeten Folie eher für andere dreidimensionale Fahrzeugteile mit weniger Beanspruchung. Dennoch wird das Verfahren von einigen bevorzugt. Das Aufbringen einer Folie ermöglicht einzigartige Oberflächendesigns und eine sehr individualisierte Optik. Zudem übernimmt die Folie eine Schutzfunktion. Die Qualität sowohl der eingesetzten Folie als auch der Verarbeitung hängt stark vom ausführenden Betrieb ab.

Lackierung

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Die klassische Möglichkeit des Lackierens kommt ins Spiel, wenn der gewünschte Farbeffekt mit keiner anderen Veredelungsmethode zu verwirklichen ist. Ein Beispiel ist zum Beispiel Flip-Flop-Lack. Außerdem kann man im Falle von Beschädigungen unter Umständen vom SmartRepair-Verfahren Gebrauch machen. Lackierte Räder haben allerdings auch Nachteile. So ist die Lackschicht vergleichsweise empfindlich. Pflegeaufwand und Kosten sind recht hoch angesiedelt.
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Ihr seht: Die Möglichkeiten, einer Felge eine ganz persönlichen Feinschliff zu geben, sind zahlreich. Wir hoffen, dass dieser Artikel etwas bei der Entscheidungsfindung hilft. Alle Methoden haben Vor- und Nachteile. Allerdings spielen bei der Auswahl auch noch weitere Faktoren eine Rolle. In manchen Regionen kann zum Beispiel nicht jede Variante verfügbar sein. Auch der persönliche Geschmack fließt bei der Entscheidungsfindung ein. Wir wünschen euch viel Spaß bei der Qual der Wahl, die durch diesen Artikel hoffentlich erträglicher geworden ist!

Text & Fotos B. Planz

Bildergalerie des Artikels (24 Bilder)

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fastRR 10.04.13 um 00:12 Uhr
Der Artikel ist klasse, und listet gut die Möglichkeiten eines individuellen Felgen-Designs auf. Allerdings habe ich eine Anmerkung zum Wassertransferdruck:
Es wird suggeriert, dass es sich beim Wassertransferdruck um eine (dünne) Folie handele. Tatsächlich ist der Wassertransferdruck jedoch ein kompletter Lackierprozess mit allen entsprechenden Vorarbeiten. Vor dem abschließenden Versiegeln der Bauteile mit mehreren Klarlackschichten wird der eigentliche Tauchvorgang durchgeführt. Vom eigentlichen Trägerfilm (Folie) bleibt nach dem Abspülen des Bauteils nichts übrig. Lediglich die Farbinformation verbleibt auf dem Bauteil.

Ich wende das Verfahren mehrmals wöchentlich an und gebe bei Fragen gern Auskunft.

Weitere Infos gibt es hier: http://westberlincustoms.de/deutsch/... ...ass.php

Beste Grüße

Tobias

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