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KW on the road: Faszination Porsche im Workshop 5001

13. Januar 2017
Tuning News: Ein Traum von einem Klassiker!

Der Chef des Workshop 5001 Marlon Goldberg lebt die Faszination Porsche wie wenige andere. Woher diese Leidenschaft stammt und was Marlon im Kundenauftrag alles mit viel Liebe zum Detail auf die Beine stellt, zeigen wir euch im folgenden Beitrag.

Oh, was versteckt sich denn hier für eine nardograue Schönheit? Diesen alten 911er müssen wir einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Schließlich hat man nicht jeden Tag die Chance, einen Porsche 911 T in aller Ruhe anzuschauen und vielleicht damit sogar zu fahren …

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Den Porsche haben wir beim Workshop 5001 in Los Angeles getroffen und dort waren wir schon öfters. Vielleicht erinnert ihr Euch ja noch an unser leider vergriffenes Porsche-Poster, das Andrew Ritter von StanceWorks für uns geschossen hat? Das Motiv entstand auch in dieser alten Lagerhalle mit ihrem klassischen Dachstuhl.

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Innerhalb von acht Monaten hat Workshop 5001 Chef Marlon Goldberg mit seinen Mechanikern das “F-Modell” für einen Kunden aufgebaut. Goldberg und Porsche? Da müsste es eigentlich bei eingefleischten Fans von luftgekühlten Porsche klingeln? Sollen wir Euch ein wenig auf die Sprünge helfen?

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Marlon (Mitte) war etwas mehr als zwei Jahre bei Singer Vehicle Design als Mechaniker vor allem für die “Modernisierung” von Porsche 964 zuständig und hat sich mit einer eigenen Werkstatt selbstständig gemacht. Warum Marlon so eine Faszination für Porsche hat, liegt wohl daran, dass er aus einer “Euro-Car-Import-Familie” stammt.

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“Meine Eltern hatten einen 87er Porsche 944S und zuvor einen Saab 900S. Laut meiner Mutter war das erste Wort, welches ich sagte, tatsächlich Saab”, schmunzelt der gebürtige New Yorker. “Mein erster Wagen war der Saturn von meinem Opa und später dann, der zweite Porsche meines Vaters. Das war ein 964 und seitdem komme ich selbst von Porsche nicht mehr los.” Marlon, das können wir verstehen …

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Bevor Marlon bei Singer arbeitete, lernte er sein Handwerk bei Autosport Design, die auf Porsche, Aston Martin und Ferrari spezialisiert sind. Anschließend ging es erst einmal aufs College und er jobbte bei Manhattan Motorcars. “Das ist in New York ein Händler für Porsche, Bentley, Rolls Royce und Lamborghini. Dort lernte ich auch einen Typen namens Bobby kennen. Tagsüber kümmerte er sich über die Werkstatt und in der Nacht, baute er Motoren und Hot Rods. Wir wurden Freunde und er nahm mich unter seine Fittiche.”

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Noch immer auf dem Collage arbeitete Marlon später einen Sommer lang bei Northumberland Engineering. “Tony Dutton und sein Partner kamen aus England nach Southampton New York und kümmerten sich, bevor sie ihre Werkstatt aufmachten, um eine private Rolls-Royce-Sammlung mit über 100 Fahrzeugen. Leider verstarb der Besitzer nach etwa einem Jahr und die beiden Briten waren mehr oder weniger in Amerika gestrandet. Später arbeitete ich für Ferrari Nordamerika, aber jetzt habe ich eigentlich genug über mich gequasselt, schauen wir uns doch lieber den ‘T’ an, deshalb seit ihr ja hier.”

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Der 911 hat schon einige Jahre auf dem Buckel und stammt von 1973. Marlon hat den Porsche komplett mit seinem Team für einen Kunden restauriert. “Wir haben den Porsche in seine Einzelteile zerlegt und die Rohkarosse auf Kundenwunsch sogar von seiner raren Lackierung ‘Royal Purple’ (Code 341) befreit.” Im Ernst? Royal Purple müsste doch bei den 73er 911er die Farbe Flieder gewesen sein? “Denke schon”, so Marlon.

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“Aber damit das Purple dennoch irgendwie noch am Auto wieder auftaucht, haben wir den Farbcode beim Interieur dezent aufgenommen.” Der verwendete Stoff beispielsweise stammt von einem Schneider in Schottland, der maßgefertigte Kilts näht.

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Aber nicht nur auf den Sportsitzen findet der “Schottenrock” Verwendung, sondern auch im Kofferraum. Neben dem Interieur hat der Porsche noch weitere Highlights. “Naja, bevor wir überhaupt so weit waren, das Interieur in Angriff zu nehmen, haben wir die Rohkarosse auf unserer Celette Richtbank verstärkt.”

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“Einen Überrollbügel haben wir auch eingeschweißt die gesamte Elektrik erneuert und auch beim Motor natürlich auch nachgeholfen”, schmunzelt Marlon.

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Der Motor stammt aus einem 1986er Carrera 3,2 ohne Kat und leistete in seiner Serienausführung noch 231 PS. Selbstverständlich wurde der Boxer aufwendig überarbeitet. Der Hubraum wurde auf 3,4 Liter erweitert. Dazu verwendeten die Amerikaner Mahle Motorsport Zylinder, CP Carrillo Pleuelstangen und Kolben. Die Ventile samt Ventilfedern wurden gegen Motorsportkomponenten aus Titan ersetzt und die Nockenwellen sind eine Sonderanfertigung. Von Jenvey stammen die Drosselklappen und es folgte noch mehr wie etwa die Ölpumpe vom GT3 oder die Motec M84 Motorelektronik. Heute liegt die maximale Leistung bei 309 PS (304,9 hp) bei 7300 Umdrehungen.

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Dann machen wir die Klappe wieder zu und krabbeln mal unter den Porsche, den dort sieht der Motor fast noch spektakulärer aus. Beim Fahrwerk kommt ein KW Competition 3-way Rennsportfahrwerk in Upside-Down-Ausführung zum Einsatz.

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Die Ausgleichsbehälter mit ihrer Ventileinstellung für die Lowspeed- und Highspeed-Druckstufe sind im Fond an speziellen Eigenbau-Halterungen befestigt. Übrigens, die Abstimmung für das Fahrwerk ist auf Kundenwunsch auf Asphalt-Rallyes ausgelegt, damit der 309 PS starke Klassiker noch mehr Spaß auf den verwinkelten Seiten- und Nebenstraßen in den “Santa Monica Mountains” macht.

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Aber wir haben für alte Porsche nicht nur Motorsportfahrwerke, sondern in der Zwischenzeit auch Fahrwerklösungen (rechts im Bild ist beispielsweise ein KW Variante 3 fürs Porsche 911 G-Modell zu sehen) entwickelt, bei denen die Drehstabfedern weiter verwendet werden können.


Wer es von Euch genauer wissen möchte, sollte einfach das obige YouTube-Video abspielen. Unser Kollege Klaus Frank von der Fahrwerksentwicklung erklärt Euch unser “Klassikerlieferprogramm” speziell für legendäre Porsche. Aber jetzt wieder zurück zum Workshop 5001.

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Normalerweise würde man an einem klassischen Porsche 911 die Stil prägenden und legendären Fuchsfelgen erwarten, aber Marlon hatte eine weitaus bessere Idee. Er montierte 6 x 15 Zoll große Porsche Stahlfelgen und hat sie genauso wie die Karosserie nardograu lackiert.

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Es gibt oftmals das Vorurteil, dass in den USA bei der Lackierung angeblich nicht sauber gearbeitet wird. Aber das ist wohl eher der zum Glück abgesetzten “Car-Junk-Food”-Show “Pimp my Ride” geschuldet. An dem 911 T wurde auch beim Lackieren perfekt gearbeitet, und wie toll die Farbe wirkt, zeigt sich erst im Licht der kalifornischen Sonne.

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Marlon hat Sidney sogar gleich noch mit auf eine kleine Spritztour genommen und ihr hättet danach sein Gesicht sehen müssen.

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Selbstverständlich haben wir auch noch ein YouTube-Video zu unserem Besuch in “der Mache”, denn neben dem silbergrauen 911er gibt es im Workshop 5001 noch viel mehr zu sehen …

Dieser Artikel ist zuerst im Blog von KW automotive erschienen.

Fotos: KW automotive

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