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Need for Speed: Der bessere „Fast & Furious“?

22. März 2014
Community: Filmkritik: Need for Speed 3D

Mit dem Actionstreifen „Need for Speed“ läuft seit letzten Donnerstag endlich wieder ein reiner Autofilm in den deutschen Kinos. Doch kann die über 60 Millionen Dollar teure Videospielverfilmung das „Verlangen nach Geschwindkeit“ der Tuningenthusiasten im Kinosessel befriedigen? Unser Redakteur Ben Planz war für euch im Kino!

Natürlich war ich nicht nur für unsere treuen Leser im Kino. Da mir die „Fast & Furious“-Reihe schon seit etlichen Fortsetzungen zu wenig mit Autos und zuviel mit Gangstergeschichten zu tun hat, wartete ich schon länger auf eine brauchbare Alternative. Die „Fast & Furious“-Problematik habe ich ja bereits in einer eigenen Artikelreihe ausführlich erörtert. Vergleiche zur Blockbuster-Franchise kann ich mir allerdings nicht verkneifen. Schließlich sind die Filme um Vin Diesel und den letzten Dezember verstorbenen Paul Walker für viele noch immer die Referenz in Sachen „Autofilm“.

Need for Speed: Der bessere „Fast & Furious“? Bild 764216

Der Trailer zu „Need für Speed“ machte mich im Vorfeld neugierig, überzeugte mich allerdings nicht völlig. Schließlich könnten die darin enthaltenen Fahrszenen ja bereits alle sein, die im Film vorkommen. Außerdem hatte ich Angst, dass die Verfilmung der gleichnamigen Videospielreihe aus dem Hause Electronic Arts unter dem massiven Einsatz von Computergrafiken leiden würde. Ich lag Gott sei Dank völlig falsch!

Rennfeeling pur!

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Die größte Stärke von „Need for Speed“ ist die packende Inszenierung der Fahrszenen. Auf CGI wurde komplett verzichtet. Im Film ist nur zu sehen, was man mit Fahrzeugen auch tatsächlich machen kann. Und alles wurde „live“ gefilmt und nicht etwa am Computer entworfen und das merkt man in jeder Kameraeinstellung.
Auch, wenn die eine oder andere Einstellung die Realität etwas ignoriert: Solch mitreißende Auto-Actionszenen bekommt man sonst nicht zu Gesicht. Wo man bei anderen Filmen vor lauter Computergrafik und Kameragewackele gar nicht mehr erkennt, was überhaupt abgeht, fühlt man sich bei „Need for Speed“ immer, als ob man dabei wäre. Verstärkt wird dies noch durch die zahlreichen Szenen, die aus der Sicht der Fahrer gefilmt und an Authentizität nicht zu überbieten sind, da sie ECHT sind. Ich war in einer 3D-Vorstellung, was das Rennfeeling natürlich noch packender machte.

Ach ja, die Story...

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Da wir ein Tuningmagazin und kein Filmmagazin sind, betrachte ich den Film hauptsächlich aus der Sicht eines Benzinjunkies. Wer Programmkino-Unterhaltung auf dem anspruchvollsten Niveau sehen will, ist bei „Need for Speed“ natürlich falsch. Die Story ist nur dazu da, die unfassbare Menge an Autoszenen zu einer Filmhandlung zu verketten. Und auf Logik legen Tuningenthusiasten auch nicht allzuviel Wert, wenn 1000PS-Boliden über die Leinwand donnern.

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Aaron Paul, den Viele sicher aus der Kultserie „Breaking Bad“ kennen, spielt den Mechaniker und Hobbyrennfahrer Tobey, der mit seinen Kumpels (unter ihnen der Pilot „Maverick“, gespielt von Musikstar Kid Cudi) in der eigenen Werkstatt an Autos rumschraubt und illegale Straßenrennen fährt. Sein alter Rivale Dino ist mittlerweile Profi und stinkreich. Ich will an dieser Stelle nicht zuviel verraten. Die Rivalität der beiden entwickelt sich durch dramatische Ereignisse zum blanken Hass und alles läuft auf ein letztes, spektakuläres Rennen hinaus.

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Die Kritiker, die dem Film vorwerfen, zu platt zu sein, haben keinen Bezug zur Autoszene und beurteilen „Need for Speed“ aus einem falschen Blickwinkel. Neben den unzähligen Actionszenen enthält der Streifen auch viele Anspielungen auf andere motorisierte Filme. Zum Beispiel läuft im Autokino, in dem man sich zum ersten Straßenrennen trifft, gerade die Szene aus „Bullit“, in der ein Ford Mustang und ein Dodge Charger sich eine erbitterte Verfolgungsjagd durch San Francisco liefern. San Francisco spielt in „Need for Speed“ selbst auch eine Rolle. Tobey muss die Stadt an der Westküste der USA rechtzeitig zum Finalrennen erreichen und prügelt deshalb die ganze Zeit über unerbittlich auf einen modifizierten, 900 PS starken Shelby GT500 ein. Womit wir beim nächsten Thema wären...

Die Autos im Film

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Der eigentliche Hauptdarsteller des Films ist der eben erwähnte Shelby Mustang. Sein derber Motorsound bahnt sich den größten Teil des Filmes über gnadenlos seinen Weg in das Ohr des Zuschauers. Außerdem gibt es ein längeres Rennen zu sehen, an dem hauptsächlich klassische US-Cars vom Schlage Pontiac GTO, Chevrolet Camaro und Ford Gran Torino teilnehmen. Die deutsche Automobilkunst wird von einem BMW 2800 CS und einem Porsche 944 repräsentiert. Ansonsten widmet man sich exzessiv den absoluten Supercars. Koenigsegg Agera, Lamborghini Sesto Elemento, Bugatti Veyron, GTA Spano, McLaren P1, Saleen S7...das absolute „Who is Who“ der Megaboliden donnert hier über die Leinwand.

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Ich bin normalerweise ein Fan von etwas „greifbareren“ Fahrzeugmodellen in Filmen. Hier passen die Monsterfahrzeuge allerdings genau ins Bild. Und da der Shelby Mustang des Öfteren seine Driftqualitäten unter Beweis stellt, dürften auch „Querlenker „ auf ihre Kosten kommen.

Fazit

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Ich bin begeistert von „Need for Speed“. Die packende Inszenierung der Fahrszenen und deren realistische Umsetzung machen die Videospielverfilmung zu einem absoluten MUSS für alle Autofans. Hier werden keine Tresore geklaut oder Militärbasen von aufgepumpten Teilzeitwrestlern aus Samoa erobert. Es dreht sich 2 Stunden lang alles um das Verlangen nach Geschwindkeit. Lasst euch diesen adrenalingeladenen Actionkracher nicht entgehen und macht ihn zum Erfolg! Und wer weiß, vielleicht orientiert sich die „Fast & Furious“-Franchise ja wieder um. So wie die Electronic Arts sich damals den ersten „Fast & Furious“ zum Anlass nahm, das Spielkonzept der „Need for Speed“-Reihe zu überarbeiten...

Hier könnt ihr euch den Trailer anschauen:

Text: B. Planz, Fotos: Constantin Film Verleih

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Gast 25.03.14 um 12:43 Uhr
"Ein anderer Blickwinkel ist nicht unbedingt der falsche, das ist ja rein subjektiv. Klar, Car Geeks sehen sowas aus einem anderen Blickwinkel. "

...und vor dem Hintergrund, dass die Webseite, für welche der Autor schreibt "TUNINGsuche.de" heißt, sollte klar sein, dass in diesem Bericht GERADE auf den Blickwinkel der "Car Geeks" wert gelegt wird.

▸ Kommentar
kayoone 22.03.14 um 19:27 Uhr
"Die Kritiker, die dem Film vorwerfen, zu platt zu sein, haben keinen Bezug zur Autoszene und beurteilen ?Need for Speed? aus einem falschen Blickwinkel.""

Ein anderer Blickwinkel ist nicht unbedingt der falsche, das ist ja rein subjektiv. Klar, Car Geeks sehen sowas aus einem anderen Blickwinkel. Trotzdem ist es ja so das die neueren F&F Filme an den Kinokassen deutlich erfolgreicher sind als die alten, eben Mainstream Kino. NFS macht sich an den Kassen ganz gut, aber wird wohl auch F&F1 nicht einholen. Trotzdem muss es reine Racing Filme geben, von daher eine gute Sache :)

▸ Kommentar

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