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Rückblick: SEMA 2012 in Las Vegas

4. Dezember 2012
Events: Die Wüste bebt...

Wenn in Las Vegas die legendäre SEMA Show ihre Pforten öffnet, pilgert jedes Jahr das Fachpublikum aus der ganzen Welt in das Spielerparadies. Tausende Aussteller und ein vollgepacktes Rahmenprogramm sorgen dafür, dass die Wüste bebt. Auf 180.000 Quadratmetern Fläche gibt es viel zu entdecken. Tuningsuche.de war für euch in „Sin City“.

Die SEMA Show zählte dieses Jahr über 2.250 Aussteller und rund 125.000 Besucher. Das Event der Speciality Equipment Manufacturers Association (S.E.M.A.) richtet sich speziell ans internationale Fachpublikum, der „breiten Masse“ bleiben die Tore traditionell verschlossen. Wer jetzt denkt, man findet dort leere Gänge vor, irrt jedoch gewaltig. Trotz des weitläufigen Areals, welches aus mehreren großen Messehallen und ebenfalls mehreren Freiflächen besteht, ist die Messe gut gefüllt. Ein wichtiger Unterschied zu den in Deutschland bekannten Messen ist, dass jeder Besucher einen Badge um den Hals trägt und von den Ausstellern bei Interesse an den Produkten "gescannt" wird. Da es sich ausschließlich um Fachbesucher handelt, die vorab registriert werden, ist somit ein einfacher Austausch der Kontaktdaten möglich.

Wer die SEMA zum ersten Mal besucht, erlebt eine Flut von Neuerungen, die man am liebsten alle in sich aufsaugen möchte. Schon nach betreten der Messe merkt man, hier brennt die Luft. Hier gibt es jede Menge Verrückte und hier sieht man all das, was man aus US-Filmen kennt und in Deutschland absolut undenkbar wäre.
Rückblick: SEMA 2012 in Las Vegas Bild 716465
Erreicht man das Convention Center mit der Monorail, so bekommt man direkt nach der Ankunft einen schönen Blick auf das Freigelände der SEMA. Spätestens ab diesem Moment trägt man ein breites Grinsen im Gesicht, denn man wird direkt von einigen alten Bekannten begrüßt - vorausgesetzt man ist mit "Grave Digger und "Bigfoot" groß geworden.

Wir sind bei unseren Messebesuchen immer mit der Monorail zum Convention Center gefahren, wo die SEMA stattfindet. Die Monorail ist eine Bahn, welche rund 10 Meter über dem Erdboden über ein breites Betongleis gleitet und wohl das schnellste Fortbewegungsmittel in Las Vegas ist. Damit kann man den Stau auf der Straße zwar umgehen, nach Messeschluss ist einer Wartezeit von mindestens 45 Minuten jedoch auch bei der Monorail keine Seltenheit.

Der kurze Fußweg von der Monorail Station bis zum Messegelände erscheint wie eine unendliche Entfernung, deren Ende man zwar sieht, aber trotz schnellen Schritten irgendwie nicht näher kommt. Dieses Gefühl verspüren wir an den darauf folgenden Tagen übrigens noch mehrmals. Sowohl auf der Messe, als auch beim Sightseeing in Las Vegas sind die Wege unglaublich lang und sorgen spätestens nach 2 Tagen für Schmerzen in den Füßen.

Nachdem wir unsere eigenen Badges als Medienvertreter in Empfang genommen haben, geht es endlich los und wir mischen uns in die Menge.

Es geht los. SEMA, hier sind wir!

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Die SEMA ist thematisch aufgeteilt. Im ersten Moment ist uns das jedoch ziemlich egal und wir stürzen uns in die erstbeste Halle, die wir finden können. Zufällig handelt es sich dabei auch gleich um die "Central Hall", in der sich der Bereich "Racing & Performance befindet. Somit sind wir schon mal sehr gut aufgehoben und packen direkt unsere Kameras aus.
Auf den ersten Metern entdecken wir direkt einen neuen 3er BMW und einen New Beetle. Also alles wie aus Deutschland gewohnt. Jedoch weit gefehlt. Die deutschen Fahrzeuge sind auf der SEMA in der absoluten Minderheit. Der Großteil der Aussteller greift entweder auf US-Cars zurück, allen voran der Ford Mustang, Chevrolet Camaro und der Dodge Challenger. Oder auf asiatische Fahrzeuge wie beispielsweise den Toyota GT86 und den Scion FR-S zurück. Scion FR-S sagt euch nichts? Macht nichts. Wir werden euch den Toyota Ableger demnächst ausführlich vorstellen.

Im Laufe unserer Rundgänge auf der Messe fällt uns immer wieder auf, wie wenig deutsche Fahrzeuge dort gezeigt werden. In Deutschland steht auf jedem zweiten Messestand mindestens ein Audi, ein BMW oder ein VW. In den USA ist sogar der beliebte Golf GTI eine absolute Seltenheit.
Wenn man hin und wieder einem Golf R oder einem Audi RS4 begegnet, möchte man sich am liebsten direkt darauf stürzen und ein Foto machen - aber meist entdeckt man auf dem Weg dort hin auf der anderen Seite ein absolut beeindruckendes Muscle Car oder einen Pickup, der mit riesigen Chromfelgen und Luftfahrwerk ausgestattet, komplett auf dem Boden liegt.
Etwas häufiger verbreitet ist die Marke BMW. Auch dabei greift man vorzugsweise auf die Topmodelle zurück aber das ist ja auch bei uns keine Seltenheit. Zurückblickend haben wir festgestellt, dass wir auf der SEMA beispielsweise keinen einzigen Audi A3 oder VW Passat gesehen haben.
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"Der US-Markt ist nicht zu vernachlässigen"
Amerika ist riesengroß, hat keinen strengen TÜV und die Zahl der Autoliebhaber ist ebenfalls enorm. Auch einige Premium Hersteller aus Deutschland haben dies erkannt und setzen auf die Wertschätzung der deutschen Qualität in den USA. Dieses Konzept kann durchaus aufgehen, da die Zielgruppe der Tuning-Begeisterten Autofahrer in den USA deutlich älter ist als in Deutschland. Dort ist es keine Seltenheit, den gut betuchten, 50 Jährigen Familienvater mit einem Muscle Car an der Ampel neben sich anzutreffen.

Allen voran präsentiert sich SONAX mit einem großen Stand in Las Vegas. Der Markt für Pflegemittel ist in Amerika zwar sehr gut besetzt aber die Produkte aus Deutschland sind dennoch gefragt. Uns wundert dies nicht. Die hohen Ansprüche an eine perfekte Optik fällt uns immer wieder auf, während wir über die Messe schlendern.

Im Bereich der Tieferlegung sind sogar gleich mehrere Hersteller von Fahrwerken und Sportfedern in Essen vertreten. Eibach, H&R und KW präsentieren ihre Produkte teilweise auf eigenen Standflächen, aber auch in Kooperation mit lokalen Händlern.

In der "South Hall", wo hauptsächlich Reifen- und Felgen-Hersteller zu finden sind, treffen wir auf Dotz und AEZ. Gerry Samer, der den Dotz Stand auf der SEMA geplant und bei der Organisation mitgewirkt hat, verrät uns: "Der US-Markt ist nicht zu vernachlässigen." Die Räder von Dotz sind sehr beliebt bei den Fahrern von japanischen Fahrzeugen. Nicht zuletzt aus diesem Grund stellt Dotz vor Ort ein Auto aus Japan aus.

Dotz erstmals mit von der Partie

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Das deutsche Tuningunternehmen Dotz präsentierte sich zum ersten Mal mit einem eigenen Stand in Las Vegas. Dotz Girl Anna war natürlich mit dabei und hatte alle Hände voll zu tun, Poster für die amerikanischen Fans zu signieren. Selbstredend war auch fahrzeugmäßig etwas geboten. Der auf 550 PS hochgezüchtete Toyota Supra von Dotz Teamrider Dominic Tiroch traf genau den Geschmack des Messepublikums. Das selbst für amerikanische Verhältnisse außergewöhnliche Fahrzeug war einem permanenten Blitzlichtgewitter ausgesetzt. Es handelte sich zudem um den einzigen auf der SEMA ausgestellten 1995er Supra.
Dotz gab in Nevada außerdem die Verlängerung seines 2012 gestarteten Sponsorhips der „King of Europe“-Driftserie bekannt und führte das Promovideo 2013 als Weltpremiere am Messestand vor. In der kommenden Saison geht erneut der zweifache Meister Adam Kerenyi für den Räderhersteller an den Start.
Übrigens, das neue Dotz Projektfahrzeug für 2013, der Frontrunner „BMW E92 DD1“ werden wir demnächst in einem eigenen Artikel vorstellen.
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AEZ stellt die neuen Modelle 2013 vor

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Mit AEZ war ein weiterer deutscher Felgenhersteller in „Sin City“ vertreten. Anlässlich der SEMA wurden die neuen Felgenmodelle für 2013 präsentiert. Das Leichtmetallrad „AEZ Genua“ ist in seinen Variationen ausschließlich Audibesitzern vorbehalten und trumpft mit dem sogenannten „dreifachen Lightstep Feature“ auf. Das „AEZ Bridge“-Rad, das optisch an ein High-tech-Bootssteuerrad erinnert, wird hingegen für Fahrzeuge verschiedener Hersteller erhältlich sein. Hier ließen sich die Entwickler designtechnisch von den Rennyachten im RC44 Cup inspirieren, in dem AEZ mit einem eigenen Segelteam vertreten ist. Mit dem „AEZ Reef“ widmet sich das Unternehmen den SUVs. Für besonders mächtige Vertreter dieser Fahrzeuggattung ist außerdem das „AET Reef SUV“ entwickelt worden.

Trendprognose für die kommende Saison?

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Wir wurden gefragt, welche Erwartungen wir nach dem Besuch der SEMA nun an die Saison 2013 in Deutschland haben. Welche Trends erkennbar wären und was davon auf Deutschland abfärben wird?
Eine klare Prognose zu definieren ist sicherlich schwierig. Auf der SEMA hat man viele Custom-Cars gesehen, die in Deutschland aufgrund des Trends zum OEM-Tuning sicher etwas zu kurz gekommen sind. Vielleicht schneidet der ein oder andere sich ja eine Scheibe davon ab und baut etwas richtig Verrücktes, noch nie Dagewesenes und Innovatives. Die Lackierung sollte ausgefallen und mutig sein und im Innenraum wünschen wir uns Bauteile, die eigentlich gar nicht für den Innenraum gedacht sind, aber trotzdem passend gemacht wurden. Diese Gedanken helfen jedoch nicht dabei, eine klare Prognose aufzustellen, denn in den USA hat der Trend zum Customizing nie nachgelassen. Stattdessen stellen wir uns die Frage:

Machen wir blau?

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Da wir uns in der kommenden Saison mit einem blauen Auto präsentieren werden, trauen wir uns gar nicht, unsere nächste Erkenntnis zur Sprache zu bringen. Aber wir können es nicht leugnen, die Farbe Blau ist uns auf der SEMA erstaunlich häufig begegnet. Vor allem in Form von Blau-Matt.
Die Folierung von Fahrzeugen, auch Carwrapping genannt, ist in den USA auch deutlich weiter verbreitet als bei uns. Dort sieht man sehr viele Strukturfolien und alle denkbaren Farbvariationen. Was jedoch ins Auge sticht ist ein tiefes Blau-Matt-Metallic.
Es ist also durchaus denkbar, dass nach Weiß und Braun nun wieder etwas mehr Farbe ins Spiel kommt und wir in Zukunft wieder etwas buntere Lackfarben auf den Treffen sehen werden. Bei den Felgen und Aufklebern gab es ja bereits eine Entwicklung in diese Richtung. Also warum nicht auch wieder mehr Farbe auf der Karosserie tragen?! Wie gesagt, wir gehen 2013 mit gutem Beispiel voran und schauen mal, ob uns jemand folgt.
Text: A. Kleitsch & B. Planz, Fotos: Dotz, AEZ, A. Kleitsch, D. Schauer
Bildergalerie des Artikels (72 Bilder)

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