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Tesla Model 3 Performance: So kombiniert man Tuning und Elektro

8. Oktober 2019
Community: Tesla Model 3 Tuning

Elektroautos als Alternative zu Verbrennern? Derzeit ist dies für viele noch unvorstellbar. Wir wollten selbst erleben wie das elektrische Fahren so ist und haben ein Tesla Model 3 für die Redaktion angeschafft. Natürlich war der Serienzustand keine dauerhafte Option für uns. Somit stand unser Tesla Model 3 Performance schon nach 14 Tagen beim Folierer auf der Hebebühne.

Die Leistung, der Motor, der Sound und das Aussehen: All das sind Eigenschaften aus der Tuningszene, die für jeden eingefleischten Tuningfan nicht auf Dauer im Serienzustand bleiben können. Aber kann man auch Elektroautos tunen? Wir sagen: Klar! Auch wenn sich Tuning noch nicht wirklich mit der Elektromobilität versteht, haben wir den Schritt gewagt und möchten mit unserem Tesla Model 3 Performance zeigen, dass auch Elektroautos etwas hermachen können.

Zunächst möchten wir ein paar Dinge klarstellen:

  • Wir werden weiter machen wie bisher und wie gewohnt über Verbrenner berichten.
  • Wir möchten mit diesem Artikel keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor schlecht reden. Zwar sind wir mittlerweile von der Elektromobilität überzeugter als wir anfangs dachten, aber dennoch haben wir Benzin im Blut und können uns ein Leben ganz ohne Verbrenner gar nicht vorstellen.
  • Was wir lediglich fordern, ist mehr Offenheit gegenüber Elektroautos in der Tuningszene. Aus diesem Grund sollte jeder das machen dürfen, was er möchte und das Fahrzeug fahren, was ihn persönlich anspricht.

Gleich vorweg: Am Motorsound haben wir nichts verändert ;) Dies ist in Sachen Tuning aber auch der einzige Nachteil den Elektroautos gegenüber Verbrenner haben. Wer also Hand anlegen möchte, kann sich in vielen weiteren Bereichen austoben. Wir haben mal ganz klassisch mit den 3F angefangen.

3F-Tuning: Die aktuellen Trends aus der Tuningszene

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Heutzutage werden zu 90% drei Dinge an einem Fahrzeug für die Optik verändert: Das Fahrwerk, die Felgen und die Folierung. Zusammengefasst kann man sagen, dass das 3F-Tuning die aktuellen Trends in der Tuningszene darstellt. Klar gibt es noch so einige Bestandteile von Fahrzeugen, welche getunt werden, allerdings ist das 3F-Tuning fast schon der Standard bei Neuwagen und jungen Gebrauchtwagen. Also genau das, was man ebenso an einem Elektroauto verändern kann.

Tesla Model 3 Tuning: Der Weg zur Idee

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Einerseits interessiert uns die Technik, welche sich hinter Elektroautos verbirgt, da E-Autos dem Verbrenner vor allem bei der Effizienz sowie beim Wirkungsgrad um einiges voraus sind. Zum anderen stellen sie künftig eine umweltfreundlichere Alternative zu den Verbrennern dar.

Angefangen darüber nachzudenken, ein Model 3 zu kaufen und zu tunen, haben wir schon im April 2016, da das neue Elektroauto von Tesla kurz davor offiziell präsentiert wurde. Einige Tage nach der Vorstellung konnte man das Tesla Model 3 schon vorreservieren, was wir dann auch gemacht haben. Zu diesem Zeitpunkt war die Lieferzeit jedoch noch unbekannt.

Bis die offizielle Auslieferung letztendlich stattgefunden hat, dauerte es dann fast drei Jahre. Am 24. Januar 2019 haben wir unsere finale Bestellung für ein Tesla Model 3 Performance abgeschickt und am 4. März 2019 konnten wir das Fahrzeug dann in Weinstadt bei Stuttgart abholen.

Da wir auf der Tuning World Bodensee 2019 - welche am 3. Mai 2019 begonnen hatte - ein vorzeigbares Fahrzeug haben wollten, war der Zeitplan sehr knapp. Auch wenn zwei Monate in der Regel reichen, gab es zu diesem Zeitpunkt weder ein fertig entwickeltes Fahrwerk für die AWD-Version, noch einen entsprechenden Felgensatz zu kaufen.

Tesla Tuning: Warum ein Model 3 Performance?

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Warum wir uns für ein Model 3 Performance entschieden haben und nicht für ein gewöhnliches Model 3, liegt zum einen an den 20-Zoll-Performance Felgen, welche wir im Winter fahren möchten. Das gewöhnliche Model 3 wird mit 18-Zoll Felgen geliefert. Zudem sind die roten Bremsen viel größer, leistungsfähiger und auffälliger. Weitere Vorteile des Model 3 Performance sind folgende:

  • Das Model 3 Performance besitzt einen Heckspoiler aus Karbon, welcher die Aerodynamik, sowie die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten verbessert.
  • Die Pedale bestehen im Gegensatz zu dem herkömmlichen Model 3 aus einer Leichtmetalllegierung.
  • Das Tesla Model 3 Performance wird mit einem ca. 10mm bis 15mm tieferen Sportfahrwerk geliefert.
  • Die Leistung liegt bei etwa 500 PS.
  • Das Model 3 Performance beschleunigt in 3,4 Sekunden von 0 auf 100.

Auch wenn das Model 3 Performance ab Werk über einen Heckspoiler verfügt, fehlt dieser am Heck unseres Model 3, da der Heckspoiler bis heute noch nicht lieferbar war.

Jeder, der bisher noch nicht die Möglichkeit hatte, mit einem Tesla Model 3 Performance zu fahren, dem können wir nur empfehlen, diese Chance zu ergreifen, falls man sie denn mal hat. Die Beschleunigung des Model 3 Performance ist vergleichbar mit einer Achterbahn im Freizeitpark und sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Spätestens dann zeigt jeder Verbrenner-Enthusiast unserer Erfahrung nach etwas Offenheit für Elektroautos. Und selbst wenn man Elektroautos aus Prinzip doof findet - diesen Spaß sollte man sich mal gönnen!

Model 3 Performance mit BBS CI-R Räder

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Noch vor der Tuning World Bodensee 2019 haben wir unser Tesla Model 3 Performance mit schwarzen CI-R Räder von BBS ausgestattet. Hierbei wurde der Edelstahl-Anfahrschutz durch einen lackierten Anfahrschutz in Rot ausgewechselt. Normalerweise kommt der rote Anfahrschutz nur bei der Nürburgring-Edition zum Einsatz, allerdings wollten wir damit den roten Farbton der Performance-Bremse unterstreichen und einen weiteren Akzent setzen.

Da das Model 3 ab Werk über eine besondere Radnabe mit einer Art „Stufe“ verfügt, konnten die üblichen Zentrierringe von BBS nicht verwendet werden. Die Lösung dafür sind speziell hergestellte BBS-Zentrierringe, welche haargenau an die Performance-Nabe passen. Für die Vermessung waren wir persönlich im BBS Werk in Schiltach vor Ort, wo sich die Ingenieure ein besseres Bild verschaffen und die Nabe direkt am Fahrzeug vermessen konnten.

Die BBS CI-R Räder wurden bereits 2018 auf der Essen Motor Show auf einem amerikanischen Tesla Model 3 mit Heckantrieb von nextmove vorgestellt. Hier wurden die Räder in 9,5x20 und 10,5x20 verbaut. Da das Model 3 Performance, so wie alle Allradmodelle, eine andere Vorderachse als die reinen Heckantriebler hat, haben wir uns für eine Kombination von 8,5x20 an der Vorderachse (Einpresstiefe: 36) und 9,5x20 an der Hinterachse (Einpresstiefe: 40) entschlossen.

An der Vorderachse wurden die Reifen mit 245/35Z R20 Reifen von Continental ausgewechselt und an der Hinterachse mit 275/30Z R20 Reifen, ebenfalls von Continental. Hierbei haben wir Unterstützung vom Tomi Car Center Balgheim bekommen, welche uns beim Montieren der Räder und Aufziehen der Felgen geholfen haben. Damit wurden die Reifen sowie die Felgen gerade rechtzeitig zur Tuning World Bodensee 2019 fertig.

Model 3 Performance Tuning: Farbe und Folierung

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Die passende Farbe für unser Model 3 Performance haben wir schon vor dem Kauf festegelegt. Daher war uns schon klar, dass das Model 3 auf jeden Fall die Folie von 3M in der Farbe Satin Dark Grey haben muss. Aus diesem Grund haben wir uns auch für die schwarzen Felgen und roten Akzenten entschieden. Bevor FolienWerk Bodensee mit der Folierung der Karosserie angefangen hat, haben wir im Vorfeld alle Chromteile in schwarz glänzend folieren lassen, um das Model 3 sportlicher wirken zu lassen.

KW Variante 3 Fahrwerk für das Tesla Model 3 Performance

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Uns war schon vor dem Kauf völlig klar, dass das Model 3 ein anderes Fahrwerk bekommen wird. Unabhängig davon sehen wir hier aber auch eine gewisse Notwendigkeit. Tesla hat in diesem Bereich in den letzten Jahren zwar sehr viel dazugelernt, jedoch darf man nicht vergessen, dass es sich um ein amerikanisches Unternehmen handelt. Erfahrungsgemäß sind die Fahrwerke amerikanischer Autos nicht unbedingt das, was man von deutschen Herstellern gewohnt ist.

Beim Serienfahrwerk des Model 3 Performance hat Tesla schon einiges richtig gemacht. Allerdings haben wir vor allem bei höheren Geschwindigkeiten deutliche Defizite festgestellt. Man sollte bedenken: Es handelt sich hier um ein Fahrzeug mit ca. 500 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 260km/h. Da sollte man schon auch bei Geschwindigkeiten über 200km/h sicher und "stabil" unterwegs sein können. Die Notwendigkeit sei mal dahingestellt - aber wenn diese Möglichkeit besteht, dann muss es Hand und Fuß haben.

Wir haben uns daher für ein KW Fahrwerk der Variante 3 entschieden. Mit diesem Fahrwerk waren wir schon in der Vergangenheit bei diversen Fahrzeugen sehr zufrieden. Das Problem: Das bereits vorhandene Tesla Model 3 Fahrwerk wurde für die Fahrzeuge mit Heckantrieb entwickelt und passte an der Vorderachse nicht. KW hat kurzerhand entschieden, im Eilverfahren neue Dämpfer für die Vorderachse zu entwickeln.
Hierfür war unser Model 3 Performance ein paar Tage bei KW suspensions in Fichtenberg vor Ort. Während dieser Zeit wurde von KW eine neue "Gabel" für die Vorderachse konstruiert, welche am unteren Ende des Dämpfers platziert wird. Damit ist unser Model 3 Performance das erste deutsche Model 3 mit einem KW Fahrwerk.

In der Tuningszene ist die Tiefe eines Fahrzeugs immer sehr wichtig. In diesem Fall sollte man jedoch beachten, dass das Model 3 aufgrund der Tiefe zwischen den vorderen Räder nur sehr wenig Bodenfreiheit hat. Da zudem die Batterie direkt hinter der vorderen Achse anfängt, sollte man es also unserer Ansicht nach mit der Tieferlegung nicht übertreiben.

Was hat sich durch das KW Fahrwerk verbessert?

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Ein Grund, warum wir uns für ein KW Fahrwerk der Variante 3 entschieden haben, war, dass das herkömmliche Fahrwerk von Tesla sehr verbesserungsfähig ist und Tesla den Schwerpunkt hauptsächlich auf den Elektroantrieb setzt, als auf die Fahrwerksleistung. Für einen maximalen Fahrspaß, eine angemessene Tieferlegung und eine Anpassung auf die Straßenverhältnisse haben wir uns also für den Einbau eines Fahrwerks von KW entschieden.

Im Elektro-Umfeld ist allerdings noch ein ganz anderer Punkt hervorzuheben: Die verbesserte Reichweite!
Gerade bei Elektroautos ist dieses Thema nicht ganz unwichtig. Um dies nachzuweisen, haben die Jungs von nextmove das Tesla Model 3 in Sachen Reichweite, Leistung sowie Akkuverbrauch getestet. Zur Verfügung standen ein Model 3 mit Serienfahrwerk, ein Fahrzeug mit einem KW Fahrwerk Variante 3 (beide mit Heckantrieb) und ein drittes Model 3 mit Allradantrieb.

Nach ca. 800 Kilometer Fahrt mit KW Fahrwerk verbrauchte das Fahrzeug 7% weniger als das Serienmodell. Zudem verbrauchte das Model 3 mit Allradantrieb 11% mehr als das Model 3 mit KW Fahrwerk. Dieser Verbrauch hat natürlich auch Auswirkungen auf die Reichweite. Nach der Fahrt kommt das Tesla Model 3 mit KW Fahrwerk auf 341 Kilometern, das Serienmodell auf 320 Kilometer und das Model 3 mit Allradantrieb schafft 308 Kilometer.

Laut nextmove kann sich durch ein KW Fahrwerk also nicht nur die Optik sowie die Straßenlage verbessern, sondern man spart sich auch etwas Zeit an der Ladesäule.

Model 3 Performance: Innenraum

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Der Innenraum der Tesla Modelle ist meist schlicht und nur auf das Wesentliche reduziert. Aus diesem Grund zählt der schlichte Innenraum zu den Markenzeichen von Tesla. Alle Einstellungen sowie Funktionen finden beim Model 3 über das Display statt, welches in der Mitte des Armaturenbretts sitzt. Dadurch spart Tesla zum einen an Kosten und sorgt nebenbei dafür, dass das Benutzerinterface updatefähig aufgebaut werden kann.

Unser Model 3 Performance wurde mit einem Premium Innenraum mit schwarzer Lederausstattung geliefert. Im Innenraum haben wir den Mitteltunnel in einem „Brushed Aluminium“ foliert. Für das Soundsystem hat Tesla laut tesla3.de mit der Firma Sinn zusammengearbeitet und eine Lösung für Mittelklassefahrzeugen entwickelt. In anderen Modellen von Tesla wurde bisher immer ein Bose-Audiosystem eingebaut. Wir sind mit der Klangqualität mehr als zufrieden und Experten zufolge ist der Klang deutlich besser als bei vergleichbaren Fahrzeugen dieser Fahrzeugklasse.

Fazit: Tesla Model 3 Performance Tuning

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Auch wenn wir nur knappe 2 Monate Zeit für das Tuning unseres Model 3 Performance zur Verfügung hatten, sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Da das Model 3 auf der Tuning World Bodensee 2019 nur eines von 2 Elektroautos war, sorgte das Elektroauto für einige interessierte Blicke. Diese reichten hierbei von sehr positiv bis hin zu sehr kritisch. Außerdem konnten wir viele interessante Gespräche mit den Besuchern der TWB führen.

Da uns schon im Vorfeld klar war, dass Elektroautos in der Tuningszene nicht gerade bejubelt werden, haben wir mit unserem Tesla Model 3 ganz gezielt an einem wunden Punkt der Szene angesetzt, was letztendlich für unzählige Diskussionen sorgte. Alles in allem sind wir schon darauf gespannt, wie Elektroauto-Tuning in Zukunft bei Tuningbegeisterten ankommen wird. Auch wir haben bereits neue Ideen für unser Model 3, welche nur darauf warten, umgesetzt zu werden!

Tesla Model 3 Performance: Daten und Fakten

  • Hersteller: Tesla
  • Modell: Model 3 Performance
  • Baujahr: 2019
  • Leistung: ca. 500 PS
  • Beschleunigung von 0 auf 100km/h: 3,4 Sekunden
  • Motor: 2 Elektromotoren mit AWD (Allradantrieb)
  • Basisfarbe: schwarz
  • Folierung: Satin Dark Grey von 3M
  • Reifendimensionen Vorderachse: 245/35Z R20, Continental
  • Reifendimensionen Hinterachse: 275/30Z R20, Continental
  • Felgen Vorderachse: BBS CI-R in 8,5x20 Zoll ET36
  • Felgen Hinterachse: BBS CI-R in 9,5x20 Zoll ET 40
  • Fahrwerk: KW Variante 3, Entwicklungsprototyp für das AWD-Modell, erstes verbautes Fahrwerk in Deutschland
  • Kaufdatum: 04.03.2019
  • Vorstellung nach Umbauten: 03.05.2019 auf der Tuning World Bodensee in Friedrichshafen
  • Pokale: Auszeichnung als „Schönstes Model 3 Deutschlands“ auf dem Model 3 Treffen 2019 in Fulda

Fotos: A. Kleitsch

Bildergalerie des Artikels (10 Bilder)

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