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Volkswagen zeigt Multimedia-Neuheiten in Las Vegas

9. Januar 2015
Tuning News: Golf-Parade auf der CES in Las Vegas

Die CES in Las Vegas ist in vollem Gange. Dieses Jahr hat indes nicht nur Unterhaltungselektronik zu bieten, vor allem die Autohersteller zeigen ihre Neuerungen für das ultimative Fahrerlebnis. Volkswagen stellt dort einen Golf R Touch sowie den Connected Golf zur Schau...

Es ist ein weiterer Schritt hin zur ultimativen Konnektivität: Der VW-Konzern fordert deutlich mehr Integration des Fahrers und seiner digitalen Begleiter in das Fahrgeschehen. Dabei geht es weniger um eine assistierte Fahrt, denn viel mehr um die multimediale Vernetzung von Infotainment und Online-Aktivität. Ein interessantes Vorgehen an dieser Stelle: Volkswagen stützt sich dabei keineswegs auf eine fixe Schnittstelle, sondern geht den Weg des Open-Source-Prinzips. Neben dem besonders bei Android-Geräten bekannten "MirrorLink" stehen auch "Android Auto" sowie "CarPlay" von Apple als Interface zur Verfügung. Der VW Golf ist hier das aktuelle Paradebeispiel, welches die Wolfsburger momentan auf der CES in Las Vegas ausstellen. Technisch basiert die Connected-Version auf dem e-Golf, optisch kommt er dem ebenfalls sehr nahe - zumindest auf der CES. Mit der Funktion "App connect" können zudem auch die Applikationen vom Smartphone über das Infotainment-Display des Fahrzeugs bedient werden.

Smartphone-Einbindung im VW Connected Golf

Zusammen mit dem Online-Dienst "Volkswagen Car-Net" soll künftig das Auto selbst sowie das Smartphone als integrierter Telefon-Client fungieren, selbiges gilt auch für das Smart-TV sowie die aufstrebenden Smartwatches - sie sollen sowohl als Anzeige wie auch als Bedienung fungieren. Und ferner gilt der VW Connected Golf auch als heranwachsender Fahrassistent: Er merkt sich häufig angesteuerte Routen, für die schon vor dem täglichen Weg zur Arbeit Informationen eingeholt sowie Optimierungsvorschläge (z. B. bei Stau) ausgesprochen werden. Als Sahnehäubchen gibt es ferner noch den "Parking Guide", der den Fahrer bei der Parkplatzsuche aktiv untersützt. Die Daten zu den freien Parkplätzen werden dazu von etlichen Autos per Ultraschallsensorik erfasst, an ein zentrales Rechenzentrum übermittelt und anschließend dem sogenannten "Parking Guide" zur Verfügung gestellt.

Der Einbindung des Telefons in die Systemwelt des Connected Golfs kommt dabei nicht nur aus Sicht des Bedienungskomfort eine hohe Bedeutung zu. Letztendlich ist auch die rechtliche Situation in Deutschland und der EU ein entscheidender Trigger, die Einbindung des Mobiltelefons zu vereinfachen, denn ohne Freisprechanlage oder Headset ist die Handynutzung am Steuer gänzlich untersagt.

Fortschrittlich und sportiv: Der VW Golf R Touch

Neben der Connected-Version des aktuellen Golf 7, kann Volkswagen aber auch seine sportliche Ader auf der CES in Las Vegas zeigen: Diese hört derweil auf den Namen VW Golf R Touch. Entgegen der angehängten Bezeichnung, birgt dieses Modell aber neben der üblichen Touch-Bedienfelder eine besondere Art der Handhabung des Interieurs: Mit Gestensteuerung von menschlicher Hand. Volkswagen erweitert an dieser Stelle also seine bisherige Display-Welt, die auch im Golf R Touch nicht zu kurz kommt, um von einer 3D-Kamera interpretierte Gestiken als Befehlseingabe für das eigene Equipment.

Im Dachmodul befindet sich beispielsweise eine solche Kamera, die bei Näherung der Hand aktiviert wird und gestische Bewegungen des Fahrers sauber interpretieren soll. Wischt dieser nun nach vorn, d. h. in Richtung der Windschutzscheibe, wird das Schiebedach geschlossen. Erfolgt die Bewegung der Hand in entgegen gesetzter Richtung, öffnet sich das Dach im Gegenzug. Nach ähnlichem Prinzip geschieht auch die berührungslose Steuerung der vorderen Sitze im Golf R Touch: Nähert sich die Hand den seitlich angebrachten Sensoren, kann ebenfalls über eine richtungsweisende Bewegungen die Position für Fahrer und Beifahrer angepasst werden.

Moderne Touch-Displays für Infotainment und Tacho

Doch wer lieber den Touch an sich beibehält und den "direkten" Kontakt zu den Systemen sucht, kommt auch damit nicht zu kurz im Golf R Touch - der Name ist schließlich Programm. Die Mittelkonsole hat an gewohnter Stelle das über 12 Zoll große Infotainment-Display sitzen, das mittlerweile jedoch völlig ohne mechanisches Knopfwerk auskommt. Wer es ebenfalls via Gesten steuern will, muss lediglich die Hand davor bewegen und die Finger spreizen (zur Aktivierung der Gesteneingabe). Danach lässt sich per angedeutetem Fingertipp das ganze auch "aus der Luft" bedienen, formt man die gespreizten Finger wieder zu einer Faust, wird die Eingabe via Gesten wieder beendet.

Unterhalb des Infotainment-Displays befindet sich zudem ein Touchslider, der die Drehknöpfe (die sich vorher links bzw. rechts vom Display befanden) nun ersetzen darf. Hiermit können auch die verschiedenen Lautstärken von Radio/Mediathek, Navigation oder Telefongespräch beeinflusst werden - je mit einem, zwei oder drei Fingern gleichzeitig auf dem Touchslider. Für die Konfiguration der Fahrzeugeinstellungen, Klimaanlage und der Mediathek gibt es obendrein (besser gesagt darunter liegend) noch das Control Center mit einem 8-Zoll-Display samt Druckpunkt.

Control Center als innovatives Touchdisplay mit Haptik

Das besondere am Control Center: Es arbeitet mit einem dezenten Druckpunkt, zudem kann der Fahrer blind zwischen den angezeigten Buttons hin und her springen - alles wird mit Fingerberührung erfühlt und dient vor allem dazu, den Blick nicht vom Verkehrsgeschehen abschweifen zu lassen. Die Idee ist auch gar nicht verkehrt, zumal der untere Teil der Mittelkonsole sichtlich durch den Schalthebel verdeckt wird und eine zu große Ablenkung für den Fahrer darstellt. Zugleich scheint VW hier den Versuch zu unternehmen, nochmal ein kleines bisschen Retro-Gefühl aufkommen zu lassen: Nicht allein das berührungsensitive Display ist die Schaltzentrale, auch ein haptisches Feedback ist inkludiert und lässt den Fahrer das zu erwartende Bedienergebnis spüren, gänzlich ohne ein Auge darauf lenken zu müssen.

Ein weiteres Highlight des Golf R Touch dürfte aber auch das zentrale Active Info Display in der Steuereinheit sein: Hier werden Tachometer, Drehzahlmesser, Tempo etc. nach Belieben angeordnet und digital angezeigt. Ebenso ist das Navigationssystem hier mit integriert und kann ein voller Größe dargestellt werden (erstmals wurde dies beim neuen Audi TT 8S vorgestellt). Insofern rückt der VW Golf R Touch - neben seiner US-Motorleistung von 292 PS - auch aus Sicht der CES ein paar interessante Fortschritte in den Fokus, die einerseits den Komfort des Fahrers erhöhen aber zugleich auch die Komplexität der Bedienung insgesamt in Teilen kompensieren. Besonders die beinahe blinde Bedienung des Equipments ist ein bekennender Fortschritt an das Autofahren der Zukunft, auf deren Basis sicherlich noch weitere Konzepte und Prototypen im Laufe des Jahres ins Rampenlicht rollen dürften. Doch wehe, dieser Golf R verliert einmal seinen Touch, etwa durch einen Defekt der Berührungsfunktion - dann stünde der Besitzer leider etwas dumm da. Ein nicht gänzlich zu verachtendes Restrisiko besteht also auch weiterhin beim digitalen Hype der PKWS...

Volkswagen würde seine Ideen der Gestensteuerung am liebsten noch in diesem Jahr auf den Markt bringen, ein offizielles Bekenntnis dazu gab es auf der CES in Las Vegas aber noch nicht.

Daten & Fakten
VW Golf 7 R Touch
292 PS (US-Motorisierung)
Speziallackierung
Gestensteuerung für Infotainment, Sitzposition und Schiebedach
Vorstellung auf der CES 2015 in Las Vegas

Text: P. Hünteler, Fotos: Volkswagen

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