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Vom Aufstieg und „Niedergang“ einer Kultreihe – Teil 3

24. Januar 2013
Legenden: „Fast & Furious“ ohne Autos?

Teil 3 - Die „Fast & Furious“-Filmreihe ist jedem Autofan ein Begriff. Der mittlerweile bereits sechste Teil wird gerade produziert. Im Verlauf der Saga rückte der Fokus immer weiter weg von den ursprünglichen Hauptdarstellern aus Blech. Benjamin Planz, Tuningsuche-Redakteur und „Fast & Furious“-Anhänger der ersten Stunde, wagt einen kritischen Blick auf Vergangenheit und Zukunft der Kultreihe.

In Teil 2 dieses Artikels ging ich auf „2 Fast 2 Furious“ und „Tokyo Drift“ ein, welche für mich persönlich die einzigen „echten“ Nachfolger von „The Fast and the Furious“ sind. Im dritten und letzten Teil widme ich mich den Filmen der Reihe, die die Handlung des Originals mit den zurückkehrenden Hauptcharakteren weiterspinnen und somit eigentlich würdige Fortsetzungen sein sollten.

Teil 4 - Es geht abwärts

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Auch beim vierten Film war man in Sachen „Namensgebung“ wieder kreativ. Der Titel „Fast & Furious: Neues Modell. Originalteile“ soll unterstreichen, dass die Originalbesetzung des ersten Films größtenteils wieder in Aktion tritt. Das störte mich nicht. Ganz im Gegenteil. Ich war gespannt, was mich erwartet. Die Trailer zum Film waren vielversprechend und mit „Tokyo Drift“. Regisseur Justin Lin, dem „traditionellen“ Fast & Furious-Producer Neal H.Moritz und Soundtrack-Guru Brian Tyler im Boot konnte ja eigentlich nichts schief gehen. Eigentlich. Auch, wenn Teil 4 offiziell noch als „Autofilm mit Action“ zählen mag, für mich war der Film eine herbe Enttäuschung. Wieso ist „Tough Girl“ Letty auf einmal ein verständnisvoller Grinsekuchen? Wieso ist die Tuningszene nur noch Hintergrund einzelner Einstellungen im Film? Wieso wird mit allen Mitteln versucht, eine Krimihandlung aufzubauen?

Teil 2 verpasst? Hier geht's zum 2. Teil unserer Reihe

Ich weiß es nicht. Vielleicht wollten Diesel und Walker nur für einen „anspruchsvollen“ Film und nicht für einen „Auto-No-Brainer“ zurückkehren. Herausgekommen ist ein Film, der weder das Eine noch das Andere ist. Nur das Rennen, an dem Brian und Dom teilnehmen, sowie deren Vorbereitung auf eben dieses können wirklich überzeugen. Die Verfolgungsjagd gegen Filmende ist halt eine Verfolgungsjagd. Wie bei CSI Miami und jedem x-beliebigen Actionreisser. Dass darin unter anderem ein Subaru Impreza WRX STi mitmischt, wird nicht betont und ist somit bedeutungslos. Wer nicht weiß, was ich damit meine, sollte sich „The Fast and the Furious“ noch einmal ansehen. Da ist einem die ganze Zeit über bewußt, dass sich „geile“ und für Actionfilme eher außergewöhnliche Fahrzeuge auf der Leinwand tummeln und man hat als Tuning-Fan einen ganz anderen Bezug dazu. Wie dem auch sei....Teil 4 ließ mich den Kinosaal enttäuscht verlassen. Das Einzige, was sich außer der technischen Umsetzung weiterhin auf „Fast & Furious“-Niveau bewegte, war der Soundtrack. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger räumte „Fast & Furious: Neues Modell. Originalteile“ an den Kinokassen richtig ab und übertraf als erstes der Sequels sogar das US-Einspielergebnis von „The Fast and the Furious“. Insgesamt spielte Teil 4 der Saga weltweit über 363 Millionen Dollar ein und war damit der bis dahin erfolgreichste „Fast & Furious“. Da war bei Universal klar: „Die Autos müssen weg!“. Und das Unheil nahm seinen Lauf....

Teil 5 - Toretto's Eleven

Ich war der Meinung, dass Teil 4 einfach nur ein „Ausrutscher“ war. Ich freute mich, als ich erfuhr, dass Dwayne „The Rock“ Johnson in Teil 5 mit von der Partie sein würde. Ich verdrängte auch erfolgreich den Fakt, dass schon der Trailer wieder eine Krimihandlung vermuten ließ. Der Kinosaal war voller Autoenthusiasten. Das entnahm ich nicht nur den Fahrzeugen auf dem Parkplatz sondern auch den Gesprächen, die dem Film vorangingen. Dieser „althergebrachte“ Teil des Publikums war also noch nicht „vergrault“ worden. Ungefähr 130 Minuten später stand für mich fest, dass die „Fast & Furious“ Franchise mir zum letzten Mal mein hart verdientes Geld aus der Tasche gezogen hatte. Der Wandel zum „Actionfilm mit Autos“ sollte eigentlich auch dem gleichgültigsten Zuschauer sofort ins Auge springen. Natürlich kommen ein paar außergewöhnliche Autos im Film vor. Aber das wars dann auch. Sie kommen darin vor. Wie auch in anderen Actionfilmen. Das massive Aufgebot an altbekannten Charakteren schadet derweil mehr als dass es nützt. Vor allem Tyrese Gibson enttäuscht in seiner Rolle als Roman Pearce, obwohl seine Schauspielkünste nach Auftritten in mehreren „Transformers“-Blockbustern besser als je zuvor sein sollten. Dwayne „The Rock“ Johnson als aufgepumpter und unbesiegbarer DSS-Agent Luke Hobbs überzeugt hingegen dermaßen, dass es fast schon schade ist, dass er in einem (aus „Fast & Furious“-Sicht) „verhunzten“ Film verbraten wird. Verdrängt man nämlich den Fakt, dass man die vierte Fortsetzung eines Kultfilms der Tuningszene schaut, bleibt ein solider Actionthriller, in dem ein mit Steroiden vollgepumpter Halbsamoaner den bösen Buben mächtig eins auf die Mütze gibt. Kurios hierbei ist der Muskelzuwachs bei Herrn Diesel, welcher im direkten Vergleich zu Teilzeit-Wrestler Johnson offenbar nicht zu „schmal“ erscheinen wollte.

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Auch Matt Schulze ist als zurückkehrender „Vince“ sehr viel muskulöser als in „The Fast and the Furious“. Allerdings greift die alte Regel „Viele Muskeln – wenig Story“ bei „Fast and Furious Five“ leider nicht. Die ganze Tresorklau-Geschichte geht eher in Richtung „Ocean's Eleven“ als in Richtung „Auto-No-Brainer“. In einer Szene wird ganz besonders klar, dass die Sache mit den Autos für Universal gelaufen ist. Als nach einer gefühlten Ewigkeit endlich die Tuningszene Rio de Janeiro's gezeigt wird, die Musik laut dröhnt und man als Autoenthusiast „JETZT geht’s los“ denkt, bekommt man prompt einen heftigen und aussagekräftigen Dämpfer. Brian und Dom wollen sich ein Auto „besorgen“, ein Rennen um die Wagenpapiere zwischen Dom's Charger und einem Porsche GT3 bahnt sich an. Die Kontrahenten willigen ein und SCHNITT. SCHNITT! Dom und Brian haben den Porsche gewonnen und weiter geht’s mit der Tresorklau-Story. Das eigentliche Rennen, in Teil Eins noch Dreh- und Angelpunkt des gesamten Films, wird nicht gezeigt. Dieser skandalöse Umstand wiederholt sich später im Film sogar. Mehr muss man eigentlich nicht sagen. Es handelt sich um eine „Fast & Furious“-Fortsetzung, bei der Rennszenen ausgelassen werden. Die Reihe ist für mich tot. Und es wird wohl noch schlimmer kommen. An den Kinokassen spielte „Toretto's Eleven“ bei einem Budget von 125 Millionen Dollar weltweit nämlich sage und schreibe 626 Millionen ein.

Und wie geht’s weiter?

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Teil 6 befindet ist bereits in der Mache und wird am 23. Mai 2013 in die Kinos kommen. Teil 7 ist so gut wie beschlossen. Universal sieht „Fast and Furious Five“ als Übergangsfilm der Reihe, die zukünftig Actionfilme mit Verfolgungsjagden a la „French Connection“ und „The Italian Job“ hervorbringen soll. Die Verbindung zur „Autokultur“ wird noch weiter zurück gefahren. Ich bin sicher, dass ich nicht der Einzige bin, der über diese Entwicklung alles andere als erfreut ist. Spätestens in „Fast 7“ wird sich wohl die komplette Handlung an einem autofreien Sonntag abspielen. Alternativen gibt es nur wenige. Filme wie „Born 2 Race“ und „200 mph“ widmen sich den Themen „Autos & Tuning“ zwar deutlich intensiver, können aber der „Fast & Furious“-Saga qualitativ leider nicht das Wasser reichen. Es bleibt also nur eins: die ersten 3 Teile schauen, bis sich in Hollywood erneut jemand unserer Leidenschaft annimmt. Hoffen wir, dass dieser Tag bald kommt...

Teil 1 oder Teil 2 verpasst?

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UPDATE vom 04.02.2013: Erster Trailer zu Fast & Furious 6 aufgetaucht


Text: B. Planz; Bilder: Universal

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