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Was bedeutet eigentlich „Gewindefahrwerk“?

21. Oktober 2014
Tuning-Lexikon: „Gewindefahrwerk“ im Lexikon

Heute widmen wir uns einem Begriff, der in der Tuning-Szene eine Verbreitung wie kein anderer genießt: Dem „Gewindefahrwerk“. Aber keine Panik, wenn ihr noch nicht wisst, was es mit einem „Gewindefahrwerk“ auf sich hat. Tuningsuche.de klärt auf.

Ein „Gewindefahrwerk“ oder „Schraubfahrwerk“ beschreibt eine bestimmte Bauart von Fahrwerken, welche eine Verstellung der Bodenfreiheit mittels Gewinde ermöglichen. Die „Schraubfahrwerke“ sind mittlerweile von nahezu jedem Hersteller erhältlich. Fahrzeuge mit „Gewindefahrwerken“ sind dabei „static“, d.h. der Abstand zum Boden kann, im Gegensatz zu Luftfahrwerken, nicht während der Fahrt und ohne Montagearbeiten geändert werden.

Die variable Tieferlegung wird dabei durch ein Gewinde erzielt, auf welchem der Gewindeteller, also die Federauflagefläche, montiert ist. Durch ein Hoch- oder Herunterschrauben des Gewindetellers kann so die Bodenfreiheit bei gleichem Federweg individuell eingestellt werden. Um im ausgefederten Zustand auch bei maximaler Tieferlegung noch genügend Vorspannung zu erzeugen, werden meist Vorspannfedern oder progressive Federkonstruktionen eingesetzt.

Was bedeutet eigentlich „Gewindefahrwerk“? Bild 776090
Am Dämpfer eingedrehtes Gewinde

Generell kann ein „Gewindefahrwerk“ auf zwei Arten realisiert werden, je nach Art der Radaufhängung. Wenn Feder und Dämpfer aus einer Einheit bestehen, wird bei letzterem am Dämpferkörper ein Gewinde eingedreht, an dem die Federaufnahme befestigt ist. Ist dies nicht der Fall, und Feder und Dämpfer sind getrennt, etwa bei einer Raumlenker-Achse, wird auf dem Querlenker ein kleines Gewinde montiert, auf welchem dann der Federteller sitzt.

Neben einer reinen Höhenverstellung gibt es „Schraubfahrwerke“ auch mit weiteren Einstellungsmöglichkeiten, etwa der Härte sowie Zug- und Druckstufe. Diese Varianten werden häufig im Rennsport oder bei Performance-Fahrzeugen eingesetzt, um eine perfekte Fahrwerksabstimmung zu erzielen, dem ursprünglichen Zweck der „Gewindefahrwerke“.

Was bedeutet eigentlich „Gewindefahrwerk“? Bild 776091
Gewindeaufsatz bei getrennten Feder und Dämpfer

Vorteile von „Gewindefahrwerken“

Der offensichtlichste Vorteil eines „Schraubfahrwerks“ liegt klar auf der Hand. Durch die einstellbare Tieferlegung kann ein Wagen perfekt an die Straße sowie Rad-Reifen-Kombinationen angepasst werden. Ebenso kann das Fahrzeug für die Wintermonate etwas höher gedreht werden, um keine Probleme mit der Witterung befürchten zu müssen. Daneben bieten „Gewindefahrwerke“ meist eine größere Tieferlegung als Sportfahrwerke, welche in der Regel maximal bis 60mm/40mm gefertigt werden.

Im „Show und Shine“-Sektor können Gewindefahrwerke relativ einfach für extreme Tieferlegungen modifiziert werden. Im TÜV geprüften Bereich bieten nahezu alle Fabrikate noch Restgewinde und durch das Entfernen der Vorspannfeder bzw. der Verstelleinheiten sind Tieferlegungen im dreistelligen Bereich keine Seltenheit.

Was bedeutet eigentlich „Gewindefahrwerk“? Bild 776089

Nachteile von „Gewindefahrwerken“

Natürlich haben Gewindefahrwerke auch einige Nachteile. Zum einen wäre da der Preis, welcher im Vergleich zu Sportfahrwerken ungleich höher ist. Weiterhin brauchen die Dämpfer oftmals, bedingt durch die Konstruktion der Verstelleinheit, mehr Platz, sodass unter Umständen Spurplatten montiert werden müssen. Zuletzt ist die Änderung der Bodenfreiheit natürlich jedes Mal mit Arbeit verbunden, da der Wagen aufgebockt und die Räder demontiert werden müssen.

Text: F. Laudner, Fotos: AP, KW, Archiv

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