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Was sind eigentlich Schmiedefelgen?

13. August 2019
Tuning-Lexikon: Schmiedefelgen im Lexikon

Manche Begriffe werden in der Tuningszene inflationär benutzt obwohl viele Szenegänger ihre Hintergründe gar nicht oder nur teilweise kennen. Unser Lexikon der Szenebegriffe beschäftigt sich heute mit den beliebten Schmiedefelgen und erklärt die Unterschiede zur herkömmlichen Felge.

Bei Schmiedefelgen handelt es sich ganz einfach um Felgen, die geschmiedet wurden. Allerdings nicht an einem Amboss, wie man es sich vielleicht vorstellt, sondern maschinell.

Wie werden Schmiedefelgen hergestellt?

Herkömmliche Leichtmetallräder werden in der Regel gegossen. Hier wird heißes Aluminium in eine Form gegossen, die exakt dem angestrebten Aussehen gleicht. Der daraus resultierende Rohling ist zwar nach dem Erkalten zwar nicht straßentauglich, aber von der Form nahezu fertig.

Bei der Herstellung von Schmiederädern wird eine spezielle Legierung verwendet und ein grober Rohling gegossen, welcher anschließend im warmen oder schon festen Zustand von hydraulischen Pressen stufenweise in seine gewollte Form gebracht wird. Dieses maschinelle Schmieden verhilft dem Rad zu seinen typischen Eigenschaften. Im Vergleich zu herkömmlichen Gussfelgen sind Schmiedefelgen viel fester und belastbarer, da das Aluminium beim Schmiedevorgang stark verdichtet und zudem der Gefügeverlauf des Materials nicht unterbrochen wird.

Die Vorteile der Schmiedefelge

Der erste Vorteil einer Schmiedefelge, im Gegensatz zu einer normalen Felge ist, dass durch das oben genannte Verfahren eine erhebliche Gewichtsreduktion der Felge erreicht wird, da sie bei geringerer Wandstärke die gleiche Festigkeit erreicht. Ein weiterer Vorteil der Schmiedefelge ist ihre Beschaffenheit. Diese ist deutlich hochwertiger als bei gegossenen Rädern. Bei Schmiedefelgen treten weder Poren noch Materialeinschlüsse auf, was ihre Oberfläche als besonders hochwertig erscheinen lässt.

Als „Mutter aller Schmiedefelgen“ kann wohl die berühmte Fuchs-Felge genannt werden, die man vor allem von klassischen Fahrzeugen aus dem Hause Porsche her kennt.

Die Nachteile der Schmiedefelge

Neben den oben genannten Vorteilen bringt die Schmiedefelge auch einige Nachteile mit sich. Zum einen sind Schmiedefelgen aufgrund der Herstellungsweise meist etwas schlichter gehalten als Gussfelgen. Der wohl wichtigste Nachteil bei Schmiedefelgen sind ihre Herstellungskosten, welche sich ebenfalls auf den Endverkaufspreis auswirken. Das vergleichsweise junge Verfahren „Flow-Forming" wird daher heutzutage immer öfter als Alternative genannt.

Wer mehr über die Herstellung von Felgen erfahren möchte, den könnte unser Artikel über die Felgenherstellung bei BBS mit Video interessieren.

Wie erkennt man Schmiedefelgen?

Eindeutige Merkmale an denen man eine Schmiedefelge erkennen kann gibt es leider nicht. Mit bloßem Auge kann man eine geschmiedete Felge also nicht von Gussfelgen unterscheiden, außer auf der Schmiedefelge steht "Forged"(geschmiedet). Dieser "Stempel" ist jedoch kein muss, lediglich ein Qualitätsmerkmal.

Will man sich 100% sicher sein, ob es eine Schmiedefelge ist oder nicht, muss man eine Materialprüfung durchführen. So bekommt man vertrauenswürdige Ergebnisse.

Fazit: Das sind Schmiedefelgen im Vergleich zu herkömmlichen Felgen

- Maschinell geschmiedet
- Aus Aluminium
- Besonders Hochwertig durch Herstellungsverfahren
- Hohe Herstellungskosten
- Hoher Endverkaufspreis

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Datum der Erstveröffentlichung: 25.04.2013

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