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Wenn der Postmann zweimal klingelt: VW Fridolin Extrem!

21. Januar 2014
Private-Cars: VW Fridolin W12

Die meisten werden sich bei der Überschrift fragen, wer oder was bitte ein „VW Fridolin“ ist. Die Rede ist natürlich vom Typ 147, der in den 1960er und 1970er Jahren hauptsächlich für die Deutsche Post gebaut wurde. Ruud Janssen hat aus seinem „Postauto“ ein echtes Custom-Monster gemacht und dem Exoten damit zu einem Status verholfen, der seinesgleichen sucht.

Die Deutsche Bundespost beauftragte Volkswagen im Jahre 1962 mit der Entwicklung eines speziellen Wagens, der genau auf die Ansprüche des Unternehmens zugeschnitten sein sollte. Die bis zu diesem Zeitpunkt verwendeten Fabrikate schienen allesamt ungeeignet für den täglichen Dienst in der Postzustellung. Dem Unternehmen schwebte in Fahrzeug vor, das 2 Kubikmeter und 400 Kilogramm Nutzlast aufnehmen kann. Außerdem wurde Wert auf Schiebetüren gelegt. Volkswagen baute den VW Fridolin weitestgehend aus Teilen anderer, bereits auf dem Markt befindlichen Fahrzeugen wie Käfer, Karmann Ghia und Typ 3. Von Produktionsbeginn im Jahre 1964 bis zur Einstellung genau 10 Jahre später gingen 6139 Fahrzeuge vom Band der Westfalia-Werke in Wiedenbrück. Größter Abnehmer war als ursprünglicher Auftraggeber natürlich die Deutsche Bundespost. Heute existieren weltweit schätzungsweise noch 200 Fahrzeuge. Aber selbst, wenn es noch eine Million gäbe: Der Fridolin, den wir euch heute vorstellen, wäre dennoch einzigartig.

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Über 5000 Arbeitsstunden hat Ruud Janssen seit 2004 in seinen raren Klassiker gesteckt. Und auch, wenn mancher den Wagen aufrgund seiner drolligen Optik zunächst belächelt: Wenn man den holländischen Extrem-Fridolin näher betrachtet, vergeht einem das Lachen und man erstarrt in staunender Ehrfurcht.

Ein Postauto mit 12 Zylindern

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Unglaublich, aber wahr: Ruud hat den damals von der Post geforderten Stauraum für einen Motorumbau der extremen Art genutzt. Statt Briefe und Pakete in den Fridolin zu laden, hat er nämlich einen W12-Motor in den Kleintransporter gepflanzt. Während der serienmäßig leistungsstärkste Typ 147 mit 1,3 Litern Hubraum und etwas über 43 PS auskommen musste, verfügt Ruud nun über satte 6 Liter Hubraum und 450 PS. Das 12-Zylinder-Triebwerk wurde einem 2004er Touareg entnommen und verhilft dem Fridolin zu stolzen 600 Newtonmetern Drehmoment.

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Jeder, der bereits einen in der Tuningszene als “absolut machbar” deklarierten und dann doch mit Problemen behafteten Motorumbau hinter sich gebracht hat, wird angesichts dieser Aktion sicher erschaudern. Das Monster-Triebwerk ruht hinter den Vordersitzen unter Plexiglas und wurde so fachmännisch eingebaut, dass es fast schon selbstverständlich wirkt.

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Natürlich kommen bei einem solchen Projekt wie Ruuds Fridolin an allen Ecken und Enden Sonderanfertigungen zum Einsatz. Der Motorumbau stellt da natürlich keine Ausnahme dar. Neben unzähligen kleineren Teilen, welches die Anwesenheit des Triebwerks überhaupt erst möglich machen, sorgt eine spezielle Adapterplatte dafür, dass der W12 mit dem 6-Gang-Getriebe eines Audi A6 zusammenarbeiten kann. Auch die Schwungscheibe ist eine Sonderanfertigung. Die hydraulisch betätigte Tilton-Kupplung hält bis zu 800 Ps und 1025 Newtonmetern Drehmoment stand.

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Um das nicht gerade alltägliche Motörchen adäquat zu kühlen, kommen 2 Wasserkühler mit 4 Ventilatoren zum Einsatz und auch ein spezieller Ölkühler ist verbaut. Die beiden QSP-Benzinpumpen bringen den Sprit vom Rennsporttank in der Front des Wagens zu den 12 Brennräumen. Die dort produzierten Abgase werden durch eine Magnaflow-Auspuffanlage mit 4 Katalysatoren und 8 Lambdasonden ins Freie transportiert. Features, die der Wagen im Produktionsjahr 1969 sicher nicht an Bord hatte.

++ UPDATE am 10. Mai 2014 ++
Mit unserem Artikel über diesen VW Fridolin von Ruud Janssen hatten wir schon zum Jahreswechsel einen sehr guten Riecher. Einige Monate später, bei der Tuning World Bodensee, gewinnt Ruud mit seinem Fridolin W12 den European Tuning Showdown und sichert sich damit den höchsten Titel in Europa.

Inhaltsverzeichnis
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