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Was ist eine Keramikbremse?

17. Juli 2019
Tuning-Lexikon: Keramikbremse im Lexikon

In den Genuss einer Keramikbremse kommen vor allem Supersportwagen und ähnliche Nobelkarossen. Allerdings gibt es auch Tuningenthusiasten, die ihrem vergleichsweise bodenständigen Schmuckstück eine solche Spezialbremse spendieren möchten. Doch was genau ist eine Keramikbremse und was sind ihre Vor- und Nachteile? Ein klarer Fall für unser Lexikon!

Eine Keramikbremse wird aus Carbon-Keramik, einem aus Kohlefasern verstärkten keramischen Siliciumcarbid-Verbundwerkstoff, hergestellt. Dieses Material wird sowohl zur Herstellung von Bremsbelägen als auch Bremsscheiben verwendet.
Neben der Automobilindustrie kommt dieser Werkstoff vor allem in der Raumfahrt zum Einsatz. Somit ist eine Keramikbremse eine hochentwickelte Technologie.

Keramikbremsen in Extremsituationen

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Bremsscheiben und Bremsbeläge aus Carbon-Keramik bieten unter starker Belastung einen stabileren Reibwert. Der sogenannte „Fading Effekt", also das Nachlassen der Bremswirkung in Extremsituationen, sollte normalerweise ausbleiben. Somit bietet die Keramikbremse in Extremsituationen eine bessere Bremswirkung, was sich positiv auf die Sicherheit beim fahren auswirkt.

Weitere wichtige Eigenschaften von Keramikbremsen

Neben dem, oben genannten, besseren Bremsverhalten, sind Keramikbremsen weitaus langlebiger und leichter als herkömmliche Bremsen. Laut Herstellerangaben, kann mit einem einzigen Satz an Keramikbremsen, bis zu 300.000 Kilometer gefahren werden. Somit sind Keramikbremsen äußerst langlebig und halten wohl ein ganzes Autoleben lang. Desweiteren sind Keramikbremsen viel korrosionsbeständiger als herkömmliche Bremsen. So kann selbst Streusalz einer Keramikbremse nichts anhaben. Zu guter Letzt sind Bremsscheiben aus Carbon-Keramik bis zu 70% leichter als herkömmliche Bremsscheiben aus Grauguss.

Der Preis von Keramikbremsen

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Aufgrund des speziellen Materials, welches für Keramikbremsen verwendet wird, muss ein mächtiger Aufpreis für diese Bremsscheiben bezahlt werden. Bei einem Allradfahrzeug aus dem Hause Porsche müssen beispielsweise 7.000 € extra eingeplant werden. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass die Verwendung von Keramikbremsen nicht für jedes Auto sinnvoll und rentabel ist. So soll zum Beispiel der Audi RS mit Graugussbremsen eine fast vergleichbare Bremsperformance besitzen, als wenn man ihn mit Keramikbremsen ausstattet.

Das Verhalten von Keramikbremsscheiben bei Nässe

Wie bei herkömmlichen Bremsscheiben, bildet sich bei Nässe ein Wasserfilm auf der Keramikbremsscheibe. Allerdings kann dieser Film bei Keramikbremsen langsamer abgebaut werden, als bei Graugussbremsen. Dadurch entsteht eine, um Sekundenbruchteile verzögerte Bremswirkung, die dennoch vom Fahrzeugführer als Verzögerung wahrgenommen wird.

Die Wärmeleitfähigkeit von Keramikbremsen

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In Extremsituationen beginnen Bremsscheiben aus Carbon-Keramik, genauso wie alle anderen Bremssysteme, zu glühen. Die Temperaturen, die bei einer Keramikbremse entstehen, sind sogar höher als bei Scheiben mit herkömmlichen Werkstoffen. Begründet ist dies durch die schlechtere Wärmeleitfähigkeit von Carbon-Keramik. Diese Eigenschaft macht den Werkstoff für die Raumfahrt allerdings gerade erst interessant, da man mit ihm zum Beispiel Raumkapseln vor der extremen Hitzeentwicklung beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre schützen kann. In der Kraftfahrzeugtechnik bedeutet dieses Hitzeverhalten allerdings, dass die unmittelbare Umgebung der Bremsanlage entsprechend hitzeresistent sein muss.

Fazit: Die Verwendung von Keramikbremsen in der Automobilindustrie

- Bessere Bremswirkung in Extremsituationen
- Kaum Fading
- Hohe Lebensdauer
- Geringes Gewicht
- Korrosionsbeständig
- Hohe Hitzeentwicklung
- Hohe Kosten
- Nicht immer rentabel

Wer bereit ist, entsprechende Investition in Keramikbremsen zu tätigen, wird trotz einiger Nachteile nicht enttäuscht werden. Ob sich ein Wechsel lohnt, ist jedoch umstritten.

Text & Fotos B. Planz

Datum der Erstveröffentlichung: 27.03.2014
Bildergalerie des Artikels (5 Bilder)

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