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Welche Karosseriemodifikationen gibt es?

3. Mai 2015
Tuning-Lexikon: Wie bringe ich die Reifen unters Blech?

Die Felgen für die nächste Saison stehen vor der Tür, doch dann beim Probestecken der Schreck: Die Räder passen einfach nicht unters Auto. Doch keine Sorge: Tuningsuche.de zeigt euch einige Möglichkeiten, die Alus doch noch unters Blech zu bekommen.

Vorweg einige Worte der Warnung: Auch wenn sich die folgenden Modifikationen vielleicht einfach anhören, sollte man sich seiner Sache schon sehr sicher sein. Eine Fachwerkstatt ist in jedem Falle billiger als eine Neulackierung oder ein eingeschweißter Kotflügel. Überlegt es euch also gut, ob ihr selbst Hand anlegt, oder fragt in unserem Community-Forum nach Rat oder Hilfe!

Bördeln

Beim Bördeln handelt es sich wohl um die einfachste Form der Karosseriearbeiten. Mithilfe eines speziellen Bördelgeräts wird das Innere der beiden Kotflügelbleche, welches meist nicht plan anliegt, sondern für mehr Stabilität im 45° gebogen ist, bündig an das äußere Blech angeschmiegt. Von außen ist davon nichts zu sehen, unterm Blech dafür deutlich mehr Platz.

Pluspunkte des Bördelns sind die Originaloptik und keine anfallenden Lackierarbeiten, falls sorgfältig gearbeitet wurde. Wird das Bördelgerät jedoch zu stark eingesetzt und auf ein Erwärmen des Lacks verzichtet, kann es leicht zu Rissen im Lack und der damit verbundenen Rostbildung kommen.

Ziehen

Das Ziehen ist im Wesentlichen identisch mit dem Bördeln, jedoch wird dabei ein Schritt weiter gegangen. Anstatt bei der Außenkante die Originaloptik beizubehalten, wird diese mit dem Bördelgerät für mehr Raum weiter nach außen gebogen. Bei extremer Anwendung kann sogar das Innere der beiden Bleche nicht nach innen, sondern komplett nach außen Umgebogen werden und stellt damit quasi eine Verlängerung des Kotflügels dar.

Vorteile des Ziehens sind, dass ähnlich wie beim Bördeln bei sorgfältiger Ausführung keine Neulackierung notwendig ist. Zugleich entsteht deutlich mehr Raum als beim reinen Bördeln. Allerdings ist die Modifikation sofort sichtbar. Während die Optik der „Euro Bumpers“ Geschmackssache ist, sinkt der eventuelle Wiederverkaufswert dadurch natürlich deutlich.

Innenkante abfräsen

Wem das Bördeln nicht genug Platz schafft, jedoch keine gezogene Optik wünscht ist, oder die Reifen schlicht und einfach möglichst „flush“ am Blech anliegen sollen, dann ist das Abfräsen der Innenkante eine interessante Lösung. Statt wie beim Bördeln das Innere Blech anzulegen, entfernt man dieses einfach mit geeignetem Werkzeug komplett.

Die Nachteile sind offensichtlich: Behandelt man die Schnittkante nicht fachmännisch, ist dem Rost Tür und Tor geöffnet. Auch die Stabilität der Kotflügel leidet durch die verringerte Wandstärke deutlich, welche jedoch in der Stance Szene eher von Vorteil ist. Ein Pluspunkt beim Abfräsen der Innenkante ist die Originaloptik, welche weitestgehend beibehalten wird.

Originalkante aufbauen

Während obige Eingriffe mehr oder weniger subtil sind, ist das Aufbauen der Originalkante die Radikalkur. In der Regel wird hierzu ein Schnitt im Blech gezogen, die Außenkante in die gewünschte Position gebogen, und die Entstehende Lücke mit Blechen zugeschweißt. Alternativ ist auch ein kompletter Neuaufbau der Kotflügel mit verschiedenen Materialien denkbar.

Die Vorteile beim Originalkante aufbauen liegen auf der Hand: Form und Breite können frei den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Jedoch mindern derart tiefgreifende Modifikationen den Wert des Wagens beträchtlich, meist ist auch eine komplette oder teilweise Neulackierung ist erforderlich.

Die Mischung machts!

Natürlich darf man diese Modifikationen nicht isoliert betrachten. Oftmals ist eine Kombination der obigen Methoden mit entsprechender Anpassung der Fahrwerksgeometrie die beste Lösung. So lassen sich etwa mit ein paar Grad Sturz, gezogenen Reifen und gebördelter Kante die meisten Felgen schön unters Blech bringen. Federwegsbegrenzer sorgen für eine schleiffreie Fahrt.

Daneben spiele auch Zusatzkomponenten eine wichtige Rolle. Uniballdomlager für mehr Sturz, Reifen die schmal bauen, verstellbare Querlenker…die Möglichkeiten sind hier zahllos. Extrembeispiele finden sich etwa in Breitbauten à la „Rocket Bunny“, „Rauh Welt“ oder „Liberty Walk“.

Text: F. Laudner, Fotos: F. Laudner, Archiv

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