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Chiptuning hat Auswirkung auf die Versicherungsprämie

24. Juli 2019
Community: Steigen Versicherungsprämie & Fahrzeugkosten?

Wer Wert auf Chiptuning im eigenen Fahrzeug legt, wird mitunter auch stärker zur Kasse gebeten. Nicht nur das Tuning selbst kostet, auch die Autoversicherung verlangt für die Leistungsausbeute oftmals einen Risikozuschlag.

Ein Begriff, der sich in der Tuningszene des Automobils hinreichend etabliert hat, ist zweifelsohne das sogenannte Chiptuning. Die Namensgebung ist de facto etwas irreführend, da zum Tuning eines PKWs nicht zwingend ein Chip implantiert, sondern oft lediglich die Motorsoftware modifiziert werden muss. Um die inneren Werte eines Triebwerks nicht von Grund auf abändern zu müssen, können sie hingegen auch durch eine einflussnehmende Steuerbox angeglichen werden (was dem Wortlaut Chiptuning wieder ein Stück weit näher kommt).

Neben der Begriffsklärung stellen sich beim Thema Chiptuning aber noch etliche weitere Fragen: Worauf muss ich in technischer Hinsicht Acht geben, um einen dauerhaft fehlerfreien Betrieb meines Fahrzeugs zu gewährleisten? Welche Kosten stehen hiermit in Verbindung? Und was sagt eigentlich die Versicherung, wenn ich ihr vom eigenen Vorhaben der Leistungssteigerung erzähle? Eine exakte Kalkulation ist von vorn herein nicht einfach abzuschätzen, daher lohnt es sich nicht selten, bereits im Vorfeld des Eingriffs Rat zu holen - beim Tuner wie auch bei der eigenen Kfz-Versicherung.

Versicherung bei Chiptuning

Chiptuning hat Auswirkung auf die Versicherungsprämie Bild 787004
Hier setzt Tuner fostla.de seinem BMW 550i mit Chiptuning mächtig zu, die Drehmomentkurve verrät einiges. / © fostla.de
Diese Frage stellen sich mit Sicherheit viele Tuninginteressierte. Wenn die Frage dazu nicht schon vor dem Projekt Leistungsplus geklärt ist, sollte man eine Antwort aber möglichst zeitnah einholen - besonders um Gewissheit zu den Mehrkosten und etwaigen Risiken zu erlangen. Wer seinem Fahrzeug eine Leistungssteigerung gönnt, fährt zwar nicht zwingend schneller als bislang, hat aber grundsätzlich die Möglichkeit dazu. Durch eine kräftigere Beschleunigung ist man nun mal schneller auf Tempo 100, die Vmax wird im Rahmen des Chiptunings ebenfalls gerne angehoben oder gar gänzlich freigestellt (d. h. eine elektronische Begrenzung durch die Motorsoftware entfällt). Darum wissen auch die Versicherungsgesellschaften Bescheid - und lassen sich solchen Luxus gerne ein paar Euro mehr kosten.

Basis der Einstufung in die richtige Police ist dabei die Typklasse des Fahrzeugs, welche sich insbesondere durch die vorhandene Motorleistung bestimmen kann (sofern dies bereits Einfluss auf die Unfall- und Schadenstatistik des jeweiligen Fahrzeugs genommen hat). Lässt jemand also die Leistung entsprechend anheben, wird er mitunter höher eingestuft und zahlt ggf. einen höheren Beitrag für Haftpflicht, Voll- und Teilkasko. Für eine höhere Haftpflicht-Prämie ist üblicherweise das kalkulierte Risiko mit denkbaren Unfallwahrscheinlichkeiten ausschlaggebend. Verschweigt der Eigentümer der Versicherung seine Modifikation und verursacht einen Unfall, zahlt diese zwar in der Regel den Geschädigten aus, kann jedoch Regressansprüche an den Verursacher stellen.

Im Falle von Teil- und Vollkasko kann eine höhere Einstufung ebenso erfolgen, weil durch die Chiptuning-Maßnahme der Wert des Fahrzeugs steigt. Kommt es nun zu einer Beschädigung oder gar einem Diebstahl, kann der Halter nur so eine höhere Entschädigung für den PKW einfordern. Die Aufpreise für die verschiedenen Policen folgen generell aber keiner transparenten Regelung, sondern werden von den Kfz-Versicherungen individuell bestimmt. Für Kasko-Stufen verwenden manche Gesellschaften pauschale Aufpreise pro Mehrwert, der für das Chiptuning durch den Besitzer entrichtet bzw. aufgebracht wurde. Es gibt aber ebenso auch Fälle, bei denen die Assekuranz lediglich eine schriftliche Information zum erfolgten Tuning anfordert, ohne die Prämien anzuheben.

Generelle Mehrkosten durch Chiptuning

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© Audi
Doch nicht nur die Versicherung für das eigene Gefährt ist mitunter kostspielig im Rahmen eines Chiptunings. Auch die Wartungskosten können höher aus- bzw. frühzeitiger anfallen. Wenn eine Anpassung der Motorsoftware und ihrer Kennfelder erfolgt, fordert man dadurch dem Motor ein Stück weit mehr Arbeit ab. Bei Diesel- und Benzinmotoren wird oft bei gleicher Drehzahl ein höheres Moment an den Antriebsstrang weiter gereicht, was sich zwar spritsparend aber auch im Verschleiß auf die Baugruppen des Motors auswirken kann. Berücksichtigt man diese Faktoren nicht, könnten ungewollte Schäden auftreten, mit ggf. weitaus größerem kostentechnischen Ausmaß.

So sind beispielsweise Einspritzpumpen, Kolben oder auch der Zahnriemen höherer Beanspruchung ausgesetzt, wenn ein Aggregat per Chiptuning höhere Leistung erbringen soll. Die vom Hersteller des Fahrzeugs vorgesehenen Wartungsintervalle sind in diesem Falle nicht mehr verlässlich genug, um Schäden vom Motor fernzuhalten. Sinnvoll ist es auch hierbei, den Tuner des Vertrauens im Rahmen der Leistungssteigerung zu Rate zu ziehen. Professionelle Tuningfirmen bieten im Rahmen ihrer Produkte und Dienstleistungen auch den nachträglichen Verbau von hochwertigen Bauteilen an.

Damit ist man vor Zusatzkosten, die das Chiptuning mit sich bringt, zwar nicht geweiht, allerdings verspricht die Nachrüstung solcher Komponenten ein gesundes Maß an Sicherheit und Gewährleistung (letztere wird oftmals sogar von Tuningfirmen übernommen oder gegen Aufpreis angeboten). Sie sind meist langlebiger und standhafter als OEM-Baugruppen, was sie für den Einsatz im Premiumsegment der Tuner unerlässlich macht. Wer folglich ein einwandfreies Fahrzeug samt Chiptuning sein Eigen nennen möchte, sollte vor den weiteren Kosten nicht zurückschrecken und bereit sein, den einen oder anderen zusätzlichen Euro in die Hand zu nehmen.

Obendrein sei erwähnt, dass seitens der Tuner üblicherweise immer die Möglichkeit besteht, die eingespielte Motorsoftware bzw. die verbaute Steuerbox zurück zu rüsten bzw. spurlos aus der Motorlandschaft zu entfernen. Dies erscheint sinnvoll, sollte man das entsprechende Fahrzeug einmal weiter verkaufen wollen oder gar die Freude an einem etwas kostspieligeren Leistungsspektrum verlieren.

Text: P. Hünteler, Fotos: ABT / BMW / McLaren / J. Miranda / MINI / Posaidon / Renault / VW

Datum der Erstveröffentlichung: 06.07.2015
Bildergalerie des Artikels (8 Bilder)

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