Getriebe
Empfehlung für Getriebe




































































































Ein Getriebe ist in einem Auto notwendig, um einerseits die Kraftübertragung zu optimieren und andererseits die Zahl der Drehungen von Motor und Rädern in ein sinnvolles Verhältnis zu setzen. Ein Verbrennungsmotor hat nur einen begrenzten Drehzahlbereich. Würde er diesen direkt zum Antrieb einsetzen, wäre eine Änderung der Geschwindigkeit nur in einem entsprechend kleinen Bereich möglich. Darüber hinaus braucht es für bestimmte Situationen wie etwa dem Anfahren oder das Bewältigen von Steigungen mehr Kraft, als für eine gleichmäßige Fahrt auf ebener Strecke.
In den niedrigeren Gängen stellt ein Getriebe diese zur Verfügung - dafür wird die Drehzahl der Räder kleiner. Bei gleicher Motordrehzahl wird deshalb mehr Energie auf kurzer Strecke zur Verfügung gestellt. Bei hohen Gängen ist das Verhältnis umgekehrt. Die Räder drehen sich sehr schnell und die Leistung verteilt sich auf eine längere Strecke. Entscheidend ist dafür die Umsetzung. In der Regel sorgt das Getriebe dafür, dass sich die Räder bei niedrigen Gängen langsamer, in hohen hingegen schneller als der Motor drehen.
Getriebe werden nach ihrer Konstruktion unterschieden. Lange Zeit wurden für reine Straßenfahrzeuge fast ausschließlich Schaltgetriebe eingesetzt. Bei ihm greifen verschiedene Zahnräder unterschiedlicher Größe ineinander, die sich unterschiedlich schnell drehen. Wird der Gang gewechselt, muss diese Verbindung über die Kupplung gelöst werden. Im Inneren verschieben sich anschließend die Kränze gegeneinander, so dass eine neue Kombination entsteht. Im normalen Zustand und bei regelmäßiger Wartung ist dieses Verfahren robust und effizient, erfordert aber ein manuelles Umschalten.
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Bei einer fehlerhaften Bedienung besteht zudem die Gefahr, dass der Motor wegen einer zu niedrigen Drehzahl vollständig stoppt - das berühmte Abwürgen, das besonders Fahranfängern immer wieder passiert. Bei einem Automatikgetriebe passt sich das Getriebe hingegen der Situation an und schaltet je nach Geschwindigkeit ohne Eingriff des Fahrers. Sie sind komfortabler und weisen wegen einer modernen und intelligenten Steuerung nicht mehr die Nachteile früherer Modelle - wie einen erhöhten Spritverbrauch - auf. Ein besonderes Problem ist allerdings, dass es bei einem Abschleppen leicht zu einem Getriebeschaden kommen kann, falls dieses nicht sachgemäß vorgenommen wird.
Seit der Jahrtausendwende haben unterschiedliche Hersteller neue Ansätze entwickelt, die im Gegensatz zu dem klassischen Getriebe besondere Vorteile bieten. Einer davon ist das Getriebe mit Doppelkupplung, das 2003 erstmals unter dem Namen Direktgetriebe von VW eingesetzt wurde. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um eine Kombination, bei der zwei Getriebe einen unterbrechungsfreien Gangwechsel ermöglichen. Die spezielle Konstruktion macht die Technologie besonders auch für Hybridautos interessant, da durch die zwei getrennten Getriebe relativ einfach zwei Motoren parallel eingesetzt werden können. Allerdings ist der Aufbau relativ kompliziert, was die Reparatur bei einem Getriebeschaden erschwert. Glücklicherweise arbeiten Direkt- oder Doppelkupplungsgetriebe nahezu verschleißfrei, sind robust und tolerieren hohe Drehzahlen. Für die Kühlung und die Senkung der Reibung arbeiten sie nahezu immer mit einer Ölpumpe, die einen permanenten Kreislauf antriebt.
Einige japanische und deutsche Hersteller bieten mittlerweile auch stufenlose Getriebe an, die statt festen Gängen einen fließenden Übergang mit einem variablen Verhältnis verwenden. Sie sind für viele Fahrer zunächst einmal ungewohnt, weil die Regulierung der Drehzahl nicht über den Motor, sondern über das Getriebe erfolgt. Dadurch arbeitet der Verbrennungsmotor permanent in demselben Bereich - das typische Geräusch bei einer Beschleunigung entfällt vollkommen.
Bei niedrigen Geschwindigkeiten und besonders dem Stadtverkehr haben stufenlose Getriebe oder CVT einen erheblichen Vorteil und senken den Verbrauch deutlich. Ein Getriebeschaden ist bei modernen Autos sehr selten - bei älteren Modellen litten die Getriebe jedoch mit der Zeit bisweilen unter einem Nachlassen der Leistung.
Prinzipiell erfordern Getriebe keinen großen Wartungsaufwand. Um einen Getriebeschaden dauerhaft vorzubeugen, sind insbesondere bei Schaltgetrieben der aktive Gebrauch entscheidend. Generell sollte in jedem Fall vermieden werden, die Kupplung dauerhaft getreten zu halten - also "schleifen" zu lassen. Außerdem sollten Extreme vermieden werden - sowohl das Fahren mit hohen Drehzahlen in niedrigen Gängen wie auch Beschleunigen in hohen Gängen mit sehr niedriger Umdrehung erhöhen den Verschleiß.
Viele Getriebe müssen durch Öl und eventuell einer Ölpumpe dauerhaft geschmiert werden. Ein Ölwechsel ist jedoch nur relativ selten notwendig - üblich sind Laufzeiten von mehreren Jahren und Distanzen von 50.000 bis 150.000 Kilometer. Für einen Laien ist der Wechsel nicht einfach zu bewerkstelligen, zumal dafür eine Hebebühne benötigt wird. Dies gilt insbesondere für Automatikgetriebe. Bei diesen ist ein vollständiger Wechsel nur durch mehrfaches Spülen möglich.